WESTERSTEDE - Büroklammern können nicht schwimmen – das weiß Nicolas aus Westerstede schon. Allerdings hat der Vierjährige einen Trick: „Man muss sie auf ein Stück Papier legen, dann schwimmt sie.“
Gelernt hat Nicolas diesen Kniff von Barbara Adrian. Die 48-jährige Diplom-Landschaftsökologin besucht dreimal in der Woche den Kindergarten Am Schützenbusch in Westerstede und erklärt den Jungen und Mädchen in einer Lernwerkstatt, dass Wasser eine Haut hat, das man Farben nicht nur mischen sondern auch wieder trennen kann, dass man Luftballons mit Hilfe von Backpulver und Essig aufblasen kann und vieles mehr.
Kinder lernen neue Worte
Sehen möchte Barbara Adrian bei den Kindern den „Aha-Effekt“. „Wir beobachten, wie beschreiben, wir experimentieren“, erzählt sie. Dabei lernen die Kinder neue Worte und finden leichter einen Zugang zu den Naturwissenschaften. Die Kinder sollen keine Negativhaltung gegenüber der Chemie und der Physik entwickeln. Die Biologie sei zumeist in der Schule noch das Fach, das leichter zugänglich ist, so Barbara Adrian. Alle Gruppen des Kindergartens arbeiten mit der Landschaftsökologin, die früher auch gern privat mit ihren eigenen Kindern Experimente ausprobiert hat. „Ich führe die Mädchen und Jungen spielerisch an die Themen heran, damit sie nicht überfordert werden. Ich nutze dazu die Methode des Storytellings, also des Geschichtenerzählens“, erklärt Barbara Adrian.
Prof. Wichtig hat Ideen
Mit Hilfe einer kleinen Stofffigur namens Professor Dr. Wichtig ermuntert sie die Kinder dazu, selbst Dinge auszuprobieren. Der kleine Professor hat gute Ideen und viele Fragen, kann jedoch, aufgrund seiner Körpergröße, nicht selbst experimentieren. Also helfen ihm die Kinder und lernen ganz nebenbei, dass Naturwissenschaften wirklich spannend sein können.
Bei den jungen Forschern kommt die Lernwerkstatt gut an. Er freue sich schon darauf, später in der Schule Experimente zu machen, erklärt Nicolas. Auch die Eltern hätten die Idee mit Begeisterung aufgenommen, berichtet Barbara Adrian. Studien hätten ergeben, dass solche Projekte bei Kindern die Neugierde und das Ausdrucksvermögen förderten und die Beobachtungsgabe schulten.
Regenwurmfarm geplant
Für die Kinder wird die Lernwerkstatt vorerst bis zum Ende des Kindergartenjahres angeboten. Bis dahin hat Barbara Adrian noch einiges geplant: „Wir wollen demnächst ein Regenwurmfarm zusammenstellen.“
