WESTERSTEDE - Kinder zu betreuen, die aufgrund ihrer Erkrankung oder Behinderung nicht lange leben werden, und ihren Familien beizustehen – dieser Aufgabe stellt sich seit zwei Jahren ein Projekt im Kinderzentrum Oldenburg. Die Carlo-Collodi-Schule in Westerstede macht jenen Kindern und Jugendlichen ein Angebot, die aufgrund von psychischen Problemen Schwierigkeiten mit dem Schulbesuch haben.

Beide Einrichtungen gehören zur Diakonie in Oldenburg – und beide erhalten jetzt Unterstützung von der Wirtschaftlichen Vereinigung Oldenburg – Der Kleine Kreis. Sie hilft auch in diesem Jahr wieder mit Spenden, die auf dem traditionellen Schlossabend Anfang Dezember gesammelt wurden.

Nun übergaben der Vorstandsvorsitzende Prof. Dr. Heinz-W. Appelhoff, Vorstandsmitglied Martin Grapentin und Geschäftsführer Jürgen Lehmann insgesamt 11 200 Euro – an das Kinderzentrum Oldenburg 6000 Euro, an die Carlo-Collodi-Schule 5200 Euro. Weitere Spenden erhalten das Wohnheim des Caritas-Vereins Altenoythe in Ramsloh und das Hospiz St. Peter in Oldenburg.

Eva Treitz, Leiterin der Carlo-Collodi-Schule, sagte, dass aktuell 180 Jugendliche aus dem Oldenburger Land ihre Einrichtung besuchen würden. Sie biete als einzige Einrichtung Schulverweigerern, die seit mehr als zwei Jahren nicht am Unterricht teilnehmen, eine Chance. 80 Prozent der Schüler seien bereits in ambulanter oder stationärer Behandlung gewesen: „Die Zahl der psychischen Störungen nimmt zu.“

Ein neues Angebot der Schule ist eine Klasse, in der vier Schüler von einem Lehrer unterrichtet werden, der auch gelernter Zimmermann ist. Im Mittelpunkt stehen praktische Bildung und die Grundlagenfächer Deutsch, Englisch, Mathe. Die Jugendlichen arbeiten auch im Oldenburger Tierheim, wo sie unter anderem Dächer für Katzenhaus und Kaninchenställe fertigten. Mit dem Spendengeld sollen unter anderem Werkzeuge beschafft werden.