WESTERSTEDE - „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Bildung klaut!“ Rund 150 Schülerinnen und Schüler stehen am Mittwochvormittag auf dem Albert-Post-Platz und demonstrieren mit diesem Schlachtruf für bessere Bildung.

„Wir sind für die Abschaffung jeglicher Kosten, die Neustrukturierung der Oberstufe und eine bessere, praxisbezogene Ausbildung der Lehrer“, ruft Malte (19) den jungen Leuten einige der Forderungen zu.

Sie haben Plakate bemalt, T-Shirts beschriftet und sich mit Trillerpfeifen ausgerüstet. „Bildung für alle und zwar umsonst“ oder „Bildungsblockade einreißen“ steht auf den Transparenten. „Für Solidarität und freie Bildung“ hat Vincent (17) mit einer Schablone auf weiße T-Shirts gesprüht.

Die Teilnehmer besuchen größtenteils das Gymnasium Westerstede. Nach Angaben der Organisatoren kommen einige auch von der Robert-Dannemann-Schule und vom Gymnasium Bad Zwischenahn-Edewecht.

Unter die Demonstranten haben sich auch zwei Versuchskaninchen gemischt. „Wir fühlen uns als Versuchskaninchen und demonstrieren gegen das Turbo-Abi und den Leistungsdruck“, sagen Kira und Hong Anh (beide 16).

Auch einige Fünftklässler schließen sich dem Protestzug an: „Die Leute sollen wissen, dass wir Bildung brauchen“, sagen Janina (10) und Lena (10) und zeigen auf ihr Plakat, das sie bewusst mit Fehlern versehen haben: „12 Jare mitt unz niecht!“

Mit den Schülern solidarisieren sich ferner einige Eltern: „Wenn wir uns damit nicht identifizieren würden, würden wir nicht mitlaufen“, sagt Barbara Adrian.

An Gerüchten, dass den Schülern für die Teilnahme am Streik eine Fehlstunde und eine Sechs eingetragen würde, sei indes nichts dran. „Das ist mir nicht bekannt“, sagt der Schulleiter des Gymnasiums, Norbert Brumloop. Allerdings hätten die Schüler sich von ihren Eltern entschuldigen lassen müssen.

Frank Jacob
Frank Jacob Redaktion Rastede, Redaktion Wiefelstede