WESTERSTEDE - In der Bibliothek herrscht gespenstische Stille. Alle Zuhörer vermeiden es, Lärm in irgendeiner Art zu verursachen. Dem ersten Kandidaten stellt man noch schnell ein Glas Wasser auf den Tisch – er wird es nicht anrühren. Vielmehr konzentriert Lucas Schütte sich ganz auf sein Buch. Der junge Mann, der die Astrid-Lindgren-Schule Edewecht besucht, hat sich ein Kapitel aus dem Buch „Der Turm des Hexers“ zum Vorlesen ausgesucht. Die Eltern drücken still im Hintergrund die Daumen.
Doch ihr Sohn wirkt ganz entspannt, liest ruhig und flüssig die spannende Geschichte vor. Als er das Buch wieder schließt, löst sich die Anspannung im Raum. Der erste Kandidat hat es immer am schwersten – und Lucas nimmt allen etwas von ihrer Nervosität nehmen. Als er sich wieder setzt, können die Eltern stolz sein auf ihn – und das merkt man ihnen auch an.
Lucas Schütte war einer von insgesamt elf Jungen und Mädchen, die den Vorlesewettbewerb an ihrer Schule gewonnen und sich somit für die nächste Runde auf Kreisebene qualifiziert hatten. Aufgeteilt in drei Gruppen – Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien, Förderschulen – stellen die Schüler sich dem Wettbewerb. Die vierköpfige Jury achtet bei den Kandidaten vor allem auf Lesetechnik, Textgestaltung und Textverständnis.
Dabei lesen sie zunächst Texte aus ihnen vertrauten Büchern vor, später gibt es noch einen unbekannten. Die besten Vorleser sind am Ende Lucas Schütte (in der Kategorie Förderschule / Astrid-Lindgren-Schule), Malina Niemeyer (Hauptschulen/ Hauptschule Augustfehn) und Katja Hackmann (Gymnasien und Realschulen/ Gymnasium Westerstede). Diese drei Schüler vertreten in ihren jeweiligen Gruppen die Fahnen des Ammerlandes beim Vorlese-Wettbewerb auf Bezirksebene im April.
An diesem Vorlesewettbewerb des Börsenvereins des deutschen Buchhandels beteiligen sich bundesweit mehr als 700 000 Kinder aller Schularten. Im Mittelpunkt stehen dabei die Leselust und der Lesespaß. Die Landesbesten treten am 26. Juni gegeneinander an.
Der Besten Vorleser der Ammerländer Schulen
