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NWZonline.de Ratgeber Beruf & Bildung

Sträuße binden gegen den Azubi-Mangel

23.05.2018

Westerstede Wo passt ein Straußbindewettbewerb besser hin, als auf die Rhodo in Westerstede? Das dachte sich Silke Röseler von Blumen Klefer aus Augustfehn. Vor vier Jahren ist die Idee entstanden. In rund eineinhalb Monaten, unterstützt von Stadt und Rhodo-Team, hat die Floristin die Veranstaltung auf die Beine gestellt und einen vollen Erfolg erlebt: „Das Wetter war super und die Zuschauer gut drauf, das hat echt Spaß gemacht.“ Einmalig sollte der „Rhodo-Cup“ getaufte Wettbewerb keinesfalls bleiben. Und so zeigten auch auf der diesjährigen Rhodo in Westerstede wieder 15 angehende Floristinnen ihr Können.

Die Gewinner

1. Ausbildungsjahr: 1. Platz: Kristina Haak (Kreativ Hus Barßel) 2. Platz: Theresa Bruns (Blumen Klefer Augustfehn) 3. Platz: Merle Wolf (Blumen Ostmann) 4. Platz: Ricarda von Döllen (Blumen Ostmann Wildeshausen)

2. Ausbildungsjahr: 1. Platz: Deike Pollmann (Blume Ideal Westerstede) 2. Platz: Anna Czech (Dammann Vechta) 3. Platz: Silja Steckel (Blumen Ostmann Wildeshausen) 4. Platz: Theresa Dinkrefe und Evelin Schmidt (beide Blumen Schouten Cloppenburg), Nicole Schroeder (Landdeko Apen), Lena Thadewaldt (Blumen Ostmann Bad Zwischenahn)

3. Ausbildungsjahr: 1. Platz: Anna Lena Care (Interfleur Edewecht) 2. Platz: Vivian Willert (Dammann Vechta) 3. Platz: Lena Janßen (Gärtnerei Lameyer Varel) 4. Platz: Emilia Pisarenko (Blumen Bahlmann Dinklage)

Für die Erstplatzierten gab es einen Reisegutschein, für die Zweitplatzierten einen Rundflug über das Ammerland. Die Drittplatzierten erhielten einen Seminargutschein. Für alle Teilnehmer gab es eine Urkunde für die Bewerbungsmappe und nützliches Werkzeug.

Das ist aber nicht der einzige Grund für den Wettbewerb. Immer weniger Betriebe finden Auszubildende. Viele Geschäfte haben laut Silke Röseler bereits resigniert und bieten gar keine Plätze mehr an. „Früher war es kein Thema, Nachwuchs zu finden“, weiß die Floristin. Durch solche öffentlichen Wettbewerbe möchte die Organisatorin zeigen, dass der Floristikberuf ein Handwerk ist, in dem viel Können und Übung steckt. Dass zumindest das Interesse an solchen Veranstaltungen groß ist, zeigten die zahlreichen Zuschauer, die trotz der stetig sinkenden Temperaturen gespannt ausharrten.

Um 19 Uhr ging der erste Durchgang im Rennen um den Rhodo-Cup los. Eine halbe Stunde hatten die acht Teilnehmerinnen aus dem 1. und 3. Ausbildungsjahr Zeit, zum Thema „Perspektivwechsel“ einen Strauß zu binden. Weitere Vorgaben waren, Blüten oder Blätter von Rhododendron einzuarbeiten und das Hauptaugenmerk auf die Blätter zu legen. Der theoretische Verkaufswert des fertigen Straußes sollte zwischen 30 und 50 Euro liegen. Die Materialien mussten die Teilnehmerinnen selber mitbringen, gesponsert wurden diese von ihren Ausbildungsbetrieben. Die Bedingungen waren die gleichen, wie in der Gesellenprüfung. Diese steht für die Auszubildenden aus dem 3. Jahr am 26. Juni an. Gerade für sie kann so ein Wettbewerb von Vorteil sein, denn sie konnten im Nachhinein erfragen, was gut lief und was sie noch verbessern müssen.

Silke Röseler schätzt, dass die Arbeitszeiten und die Bezahlung Gründe dafür seien, dass sich immer weniger auf Ausbildungsplätze zur Floristin oder zum Floristen bewerben. Dabei habe der Beruf so viele positive Seiten: „Man kann sich kreativ entfalten, jeder Tag ist anders.“ Darin stimmten die Auszubildenden mit ihr überein.

Die 18-jährige Deike Pollmann aus Selverde ist im zweiten Ausbildungsjahr. Sie sagt: „Die Arbeit ist kreativ und macht viel Spaß, es ist abwechslungsreich und wird nie langweilig.“ Auch als Auszubildende könne sie bei der Arbeit schon ihre eigenen Vorstellungen einbringen. „Es lohnt sich, in dem Beruf zu arbeiten.“

Die 19-jährige Vivian Willert aus Holdorf und die 20-jährige Lena Janßen aus Wiesmoor sind im dritten Ausbildungsjahr. Wie viele ihrer Kolleginnen sind sie über ein Praktikum auf die Idee gekommen, eine Ausbildung zur Floristin zu machen – und haben es nicht bereut. Genauso wenig, wie die Teilnahme am Wettbewerb kurz vor ihren Prüfungen. „Es ist eine gute Übung.“

Kristina Haak aus Elisabethfehn ist im 1. Ausbildungsjahr. In der 10. Klasse musste sie sich entscheiden: Ausbildung oder weiter zur Schule? Auch bei ihr war ein Praktikum bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz ausschlaggebend. Beim Wettbewerb hatte sie ihren eigenen Fanclub dabei. Ihre Chefin Elsbeth Wienhold ist sehr begeistert von der 17-Jährigen: „Sie ist unser 1. Lehrling und war schon im Praktikum unheimlich motiviert. Der Beruf liegt ihr.“ Ein Beispiel dafür, dass nicht alle Betriebe die Ausbildung aufgeben, sondern manche auch jetzt erst damit anfangen.

Informationen zur Floristikausbildung

Aktuell sind es 48 Auszubildende im Berufsbild Florist/-in im Bereich der Industrie- und Handelskammer Oldenburg.

Die Ausbildung dauert drei Jahre. Auch eine Teilzeitausbildung ist möglich.

Auszubildende verdienen, wenn sie nach Tarif bezahlt werden, in den westlichen Bundesländern seit dem 1. Juli 2017 im 1. Ausbildungsjahr 574 Euro, im 2. Ausbildungsjahr 615 Euro und im 3. Ausbildungsjahr 677 Euro.

Während der Bindearbeiten erklärte und kommentierte Silke Röseler als Moderatorin die Arbeiten. Für alle Laien führte sie aus, worauf es bei der Technik vor allem ankommt: „Es darf kein Grün oder Draht in der Bindestelle sein. Alle Stile müssen angeschnitten sein und sie müssen alle möglichst eine Länge haben, damit sie auch gleichmäßig Wasser bekommen.“ Nach Ablauf der Zeit drapierten die Teilnehmerinnen ihre Sträuße in Vasen und zur Bewertung auf Podesten. Dann waren die sieben Teilnehmerinnen aus dem 2. Ausbildungsjahr an der Reihe.

Gegen viertel nach neun standen die Gewinner fest. „Die Entscheidung war sehr knapp“, betonte Silke Röseler, als Bürgermeister Klaus Groß die Teilnehmerinnen und die Gewinner auszeichnete. Für sie und die anderen Organisatoren steht fest: Das war nicht der letzte Wettbewerb – und bestimmt nicht der letzte Rhodo-Cup.


Eine Bilderstrecke finden Sie unter   www.nwzonline.de/fotos 
Manuela Wolbers
Volontärin, 2. Ausbildungsjahr
NWZ-Redaktion
Tel:
0441 9988 2003
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