Nordenham - Sie helfen Flüchtlingen bei Behördengängen und im Alltag. Wenn es um den Schulbesuch der Kinder geht, um Mülltrennung oder das Schreiben eines Briefes, dann geben sie Unterstützung: Integrationslotsen. Beim Refugium Wesermarsch haben jetzt zehn Männer und Frauen den vom Land Niedersachsen geförderten Qualifizierungskurs absolviert.

Bei den neuen Integrationslotsen handelt es sich um Anja Hülsebusch, Beate Bode, Mervette Abro, Petrus Klan, Ruth Nordhuis, Peter Köpke, Arno Richard, Assiata Keita, Heide Hildebrand und Heike Fürstenberg.

Sechs Wochen hat der Kursus gedauert. Er umfasste insgesamt 50 Stunden. Es ging um Rechtsfragen und gesellschaftlichen Themen. Die Leitung des ersten Kursus in Nordenham hatte Petra Wragge, die organisatorische Leitung lag in den Händen von Zeliya Aykanat. Das Refugium Wesermarsch leiste wichtige interkulturelle Arbeit, betonte der Vorsitzende Dieter Weitkamp. Sie umfasse den gesamten gesellschaftlichen Bereich und betreffe jeden Mitbürger: „Integration ist keine Einbahnstraße“, bekräftigte Dieter Weitkamp.

Gemeinsam mit der stellvertretenden Bürgermeisterin Angelika Zöllner überreichte er den frisch gebackenen Integrationslotsen die Zertifikate. Das Refugium in dieser Form sei einmalig in Niedersachsen, sagte Angelika Zöllner. Aufgebaut hat diese Fortbildung in Nordenham auf den Kurs Asylbegleiter für ehrenamtlich tätige Helfer in Brake. Insgesamt kann das Refugium Wesermarsch in seiner Arbeit auf insgesamt 50 Helfer zählen, die sich einmal im Monat zu einem Erfahrungsaustausch treffen.

Wenn genügend Anmeldungen vorhanden sind, werde es in Nordenham einen weiteren Kurs für Integrationslotsen geben, kündigte Zeliya Aykanat an. Ihre Einsatzfelder sind vielfältig, sie reichen von der Vermittlung von Deutschkenntnissen und sozialen Kompetenzen bis hin zu Behördengängen. „Viele Menschen möchten den Zuwanderern helfen, wissen jedoch nicht wie“, sagt Zeliya Aykanat. Mit dem Instrument der Integrationslotsen werde praktische Hilfe vor Ort geleistet.

Wer sich über die Arbeit des Refugiums informieren möchte, ist herzlich eingeladen, am Sonnabend, 12. September, zum Mehrgenerationenhaus an der Viktoriastraße 16 in Nordenham zu kommen. Dort will der Verein einen Flohmarkt veranstalten und seine Arbeit vorstellen.