Westerstede - Im Wald riecht es nach feuchtem, leicht modrigem Boden, der Duft von Tannennadeln und Pilzen zieht an einigen Stellen herüber. Das herabgefallene Laub raschelt unter den Füßen. 16 Zwölftklässler des Gymnasiums Westerstede sind mit ihrem Lehrer Thomas Norrenbrock und Waldpädagogin Imke Reiners im Wittenheimer Forst unterwegs. Die ­Expedition ins Baumreich unternehmen sie für das ­Seminarfach „Ethical and green Living“, in dem es unter anderem um Nachhaltigkeit geht.

„Dieser inzwischen so oft benutzte Begriff kommt aus der Forstwirtschaft, geprägt wurde er bereits vor 300 Jahren“, sagt Reiners. An vier Stationen untersuchen die Jugendlichen anschließend, wie nachhaltig es im Forst eigentlich so zugeht.

Es werden Bodenproben entnommen und der Humusgehalt bestimmt – auch mit den Fingern. Es wird geschaut, in welchen Zersetzungsstadien sich das Totholz eines noch stehenden Buchenstamms, eines Eichenstumpfs und einer liegenden Weißtanne befinden. Und zu rechnen gibt es auch etwas: Das Volumen eines Baumes gilt es, anhand einer bestimmten Faustformel zu ermitteln. All das geschieht im Hinblick auf den Kohlenstoffkreislauf – und damit verbunden auf den Klimaschutz.

Bei Station vier wird es „tierisch“. Dort finden die Gymnasiasten heraus, wie der Löwe in den Wald gekommen ist. „Löwe“: Das ist die Abkürzung für „Langfristige ökologische Waldentwicklung“. Seit 20 Jahren wird bei den Niedersächsischen Landesforsten, in deren Besitz sich das Wittenheimer Areal befindet, nach diesem Prinzip gearbeitet. Boden-, Pflanzen- und Tierschutzaspekte gehören beispielsweise dazu. Die Schüler sollen beurteilen, ob das Gelände bereits den insgesamt 13 verschiedenen „Löwe“-Kriterien entspricht.

Neben Biologie, Geologie, Wirtschaft und Mathematik gibt es noch eine kleine Geschichtsstunde im Wittenheimer Forst. Benannt wurde das Waldstück nach Alarich von Witken. Der hatte die damalige Festung im Jahre 1746 als erbliches Lehen bekommen. Aus Witkens Heim wurde Wittenheim.

Kerstin Buttkus
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