Nordenham - Der Antrag der Oberschule I auf Umwandlung in eine Integrierte Gesamtschule (IGS) mit Gymnasialzweig stößt beim Elternrat des Nordenhamer Gymnasiums auf wenig Gegenliebe. „Vor dem Hintergrund sinkender Schülerzahlen und der an sich vielfältigen und ausreichenden Beschulungsangebote sehen wir der Einrichtung einer IGS mit Sorge entgegen“, teilt der Vorsitzende Reiner Willms in einer Presseerklärung mit.

Wie die NWZ  berichtete, will die Oberschule ab dem 1. August 2015 das Angebot einer Integrierten Gesamtschule vorhalten. Dieser Vorstoß sorgt für reichlich Diskussionsstoff. Die Vorsitzende des Stadtelternrats, Michaela Schwarting, begrüßt ihn. Sie betont aber, dass es sich dabei um ihre persönliche Einschätzung handelt. Im Stadtelternrat gebe es mehr als eine Meinung zu diesem Thema.

Reiner Willms teilt mit, dass die Mitglieder im Schulelternrat des Gymnasiums durchaus offen seien für neue hochwertige Unterrichtsangebote. Der Elternratsvorstand sieht aber „große und einmalige Vorteile“ darin, die Schüler ab der fünften Klasse ohne Wechsel bis zum Abitur in derselben Lernumgebung zu beschulen. Dazu zählt er unter anderem durchgehende Fremdsprachenkurse, weitergehende und zielgerichtete Fördergruppen und Kenntnisse über die Lehrkräfte.

„Zu denken, dass Konkurrenz das Geschäft belebt, funktioniert nur in der Wirtschaft, nicht aber im Bildungswesen“, sagt Reiner Willms. Mehr Schulen würden dazu führen, dass die verfügbaren Ressourcen anders aufgeteilt werden. „Hier wird es Sieger und Verlierer geben.“

Der Elternrat befürchtet, dass gut ausgebildete Lehrkräfte zwischen zwei Standorten pendeln und „dass wieder einmal die Schüler die Suppe auslöffeln müssen.“ Reiner Willms plädiert dafür, zunächst Erfahrungen mit der in Brake geplanten Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule abzuwarten.