WIEFELSTEDE - Sorgen bereitet Schülern der 8. Klassen der Wiefelsteder Haupt- und Realschule die Wasserqualität im Regenrückhaltebecken „Hörner Diek“ in Wiefelstede. Bereits seit 1998 führen sie in jedem Jahr im Rahmen des naturwissenschaftlichen Unterrichts gewässeranalytische Untersuchungen am Becken durch – und machen im Rahmen ihrer Möglichkeiten seit etwa vier Jahren eine „drastische Verschlechterung“ der Werte aus. Auch in diesem Jahr gab es zwei Untersuchungen am Regenrückhaltebecken und die Schülerinnen Lina Brumund und Ayleen Fischbeck sowie die Lehrer Gunnar Stumm und Heidy Wienekamp stellten die Ergebnisse jetzt im Wiefelsteder Energie- und Umweltausschuss vor. Ihr Wunsch: Die Bestätigung ihrer Beobachtungen durch die Analyse eines Fachlabors.
Der Ausschuss und auch die Verwaltung zweifelten die Ergebnisse gar nicht an. Und auch der Leiter der Ammerländer Wasseracht, Richard Eckhoff, der die Funktion des Regenrückhaltebeckens erläuterte, machte deutlich, wie etwa Schadstoffe von Straßen und Dächern bei Niederschlägen naturgemäß auch ins Rückhaltebecken gelangen, dass nach den Untersuchungen der Schüler zunehmend verschlammt und zunehmend an Sauerstoffgehalt verliert. Zumal der Bewuchs rund um die beiden Gewässer in den vergangenen Jahren stark zugenommen hat und so auch den das Wasser aufwühlenden und so mit Sauerstoff beliefernden Wind abhält. Lehrer und Schüler befürchten, dass – wenn nicht gegengesteuert wird – „das Gewässer in zwei Jahren umkippt“.
Richard Eckhoff betonte, dass das Regenrückhaltebecken natürlich nicht als „Biotop“ gebaut wurde und auch kein „natürliches Gewässer“ sei. Dennoch: Der Bereich um die beiden Teiche wird als Naherholungsgebiet genutzt, wurde auch im Ausschuss nochmals deutlich. Und Eckhoff räumte ein, dass da schon ein Belastungsfaktor vorliege. Er warnte aber davor, „hier Ängste zu schüren“. Sein Vorschlag: den Bewuchs an den Teichen zurücknehmen, damit der Wind seine Arbeit erledigen kann: „Das ist der wirksamste Sauerstofflieferant für die Gewässer.“ Das Gesamtproblem aber – so Eckhoff – werde der Wind wohl nicht lösen können.
Die Gemeinde hatte vor ein paar Jahren bereits rund um den kleineren der Teiche den Bewuchs zurückgenommen und ihn auch entschlammt, erklärte im Ausschuss Hans-Günther Siemen aus dem Bauamt und machte deutlich, dass es damals massive Proteste in der Bevölkerung gegeben hatte. Umso wichtiger sei es, über die Notwendigkeit solcher Pflegemaßnahmen zu informieren, hieß es im Ausschuss. Die Gemeinde will in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde bereits in diesem Winter am großen Teich einen Streifen Bewuchs wegnehmen, damit der Bagger den Teich entschlammen kann. Dabei, so Siemen, sollen auch gleich Schneisen für den Wind geschlagen werden.
Ausschussmitglieder und Verwaltung waren sich einig, dass nun Kontakt zur Universität Oldenburg aufgenommen werden soll, um herauszufinden, ob eine fachliche Analyse der Gewässergüte im Regenrückhaltebecken gemacht werden kann.
