WIEFELSTEDE - Stolz zeigen die Schüler der Klasse 4d die Verbände, die sie sich gegenseitig angelegt haben. An diesem Tag kurz vor Beginn der Sommerferien haben sie nicht bei einem Lehrer Unterricht, sondern bei Roswitha Fasting, Heilerzieherin und Erste-Hilfe-Ausbilderin bei den Johannitern.
„Was passiert, wenn ihr zu lange in der Sonne seid?“, fragt die Ausbilderin in die Runde. Sofort recken sich zahlreiche Hände in die Höhe: „Sonnenbrand“, „Hautkrebs“ und „Das ist für das Gehirn nicht gut“ schallt es zurück. Die Kinder sind gut informiert, doch es gibt auch Dinge, die sie noch nicht wissen. „Ihr könnt verbrannte Hautstellen auch mit Quark einreiben“, sagt Roswitha Fasting den staunenden Schülern.
Die Heilerzieherin übt mit den Viertklässlern alles, was zu einem Erste-Hilfe-Lehrgang dazugehört: Verbände anlegen, Pflaster kleben, die stabile Seitenlage, das Absetzen eines Notrufes und vieles mehr. „Es ist wichtig, bei den Kindern die Hemmschwellen und die Ekelbarrieren abzubauen“, sagt sie und ist erstaunt, wie schnell die Schüler gelernt haben. Zur Unterstützung hat Roswitha Fasting Arbeitshefte dabei, in denen die Erste Hilfe spielerisch und anschaulich erklärt wird. „Das Heft könnt ihr übrigens auch gut in den Ferien nutzen. Wenn ihr auf der Fahrt in den Urlaub lange im Auto sitzt, könnt ihr darin malen“, schlägt die Ausbilderin vor.
Bei den Viertklässlern kommt das Thema Erste Hilfe gut an: „Ich fand es interessant, jemanden zu verbinden und ihn in die stabile Seitenlage zu bringen“, sagt Nathalie Lübben. „Einiges konnte ich aber schon, weil ich schon Pflaster geklebt habe und auch schon einmal einen Verband angelegt habe“, sagt die Elfjährige.
Die stabile Seitenlage stößt auch bei Nils Hagendorff auf großes Interesse: „Ich weiß jetzt, wie das geht, und ich weiß auch, dass man helfen muss, wenn man einen Verletzten sieht“, sagt der Neunjährige. Franziska Imken fällt auch etwas ein, was sie am Lehrgang nicht so angenehm findet: „Es ist schon ein bisschen eklig, sich die Organe vorzustellen“, sagt die Zehnjährige und verzieht das Gesicht. „Wir haben gelernt, dass der Darm mehr als 7 Meter lang ist“, betont sie.
Neben solchen Daten erfahren die Kinder auch, was sie eigentlich alles nicht machen dürfen: „Kinder haben nichts in der Nähe eines Grills zu suchen, und auch Silvesterböller haben nichts in den Händen von Kindern zu suchen“, sagt Roswitha Fasting. Als sie dazu auffordert, es möge sich jeder melden, der sich schon einmal verbrannt hat, recken sich sofort wieder zahlreiche Hände in die Höhe. Nach diesem Kursus wissen die Schüler nun, was in einem solchen Fall zu tun ist.
