WIEFELSTEDE - In seiner Stellungsnahme zum Schulentwicklungsplan des Landkreises Ammerland spricht sich der Rat der Gemeinde Wiefelstede deutlich gegen die Einrichtung einer Kooperativen Gesamtschule (KGS) in Wiefelstede aus. Stattdessen wird die Fortschreibung des Schulentwicklungsplanes unter Berücksichtigung einer Integrativen Gesamtschule (IGS) in Wiefelstede gefordert und beantragt.

Bevor die Ratsmitglieder am Dienstagabend im Gasthaus Rabe in Wiefelstede zur Abstimmung über die Stellungnahme kommen konnten, wurde nochmals das Für und Wider für eine IGS von den Fraktionen diskutiert. Dabei machte Jens Nacke (CDU) nochmals deutlich, dass „eine vierte Oberstufe durch eine IGS das gesamte Schulangebot im Ammerland schwächen würde“. Seiner Ansicht nach, sei eine IGS in Wiefelstede nicht möglich: „Alle anderen Möglichkeiten sind uns jetzt verbaut, es wird bei der Haupt- und Realschule bleiben.“ Hans-Dieter Scbneider hingegen machte für die SPD deutlich: „Ich fordere weiter die IGS ein, daran werden wir arbeiten.“ Auch Jörg Weden (SPD) hält die Einrichtung einer IGS für realistisch.

So sah am Ende auch das Abstimmungsergebnis bezüglich der Stellungnahme zum Schulentwicklungsplan aus: Mit neun Gegenstimmen der CDU-Fraktion wurde die Stellungnahme beschlossen, in der es auch heißt, dass der Rat der Gemeinde die erforderliche Fünfzügigkeit für eine IGS in Wiefelstede gegeben sieht. Da eine IGS eine Angebotsschule sei, die auch von Schülern aus Nachbargemeinden besucht werde, werde die erforderlich Schülerzahl erreicht.

Die Eltern der Grundschulen Wiefelstede und Metjendorf sollten an einer Elternumfrage zur Einrichtung einer IGS teilnehmen. In allen vier Jahrgängen müssten mindestens 130 Eltern für die Schulform IGS stimmen. „Diese Hürden bleiben bestehen“, konnte Bürgermeister Helmut Völkers nach einem Gesprächstermin bei der Landesregierung berichten.

Eine Elternumfrage des Landkreises zur Einrichtung einer KGS in Wiefelstede hatte ergeben, dass kein Bedürfnis besteht. Damit ist die KGS vom Tisch. Lediglich 359 der 699 ausgegebenen Befragungsbögen sind dabei ausgefüllt worden. Davon sprachen sich 169 Eltern für eine KGS aus. Erforderlich für eine Bedürfnisermittlung waren 105 Stimmen je Jahrgang, also insgesamt 420.