WIEFELSTEDE/MOORMERLAND - 14 Kinder aus Ostfriesland, Friesland und Wilhelmshaven, die einmal an Krebs erkrankt waren und nun gesund sind, haben in Wiefelstede an einem Schnuppertauchen im Swemmbad teilgenommen.
Begleitet von ihren Eltern und organisiert vom „Elternverein für krebskranke Kinder und ihre Familien in Ostfriesland und Umgebung“ sowie von Marios Tauchschule, die von Swemmbad-Betriebsleiter Mario Schaeffer geführt wird, durften die Kinder im Alter von 12 bis 16 Jahren mit Pressluftflaschen und allem Drum und Dran tauchen, was ihnen sehr viel Freude machte, wie Ute Schröter aus Moormerland als betroffene Mutter erklärte. Denn darum ging es an diesem Tag: den Kindern und Jugendlichen ein positives Erlebnis zu bieten, das ihr Selbstvertrauen nach langer Therapie und der damit auch oft verbundenen Isolation stärkt.
Den Verein gibt es seit 1988, sagt Vorsitzender Dieter Seemann. Er betreut betroffene Familien in Ostfriesland, Friesland und in Wilhelmshaven. Er hilft Familien mit krebskranken Kindern in allen Lebenslagen und ist gegründet worden von Eltern, die selbst betroffen waren. So auch von Dieter Seemann, dessen Tochter im Alter von vier Jahren an Leukämie erkrankte und mit acht Jahren einen Rückfall erlitt. Heute ist sie 30 Jahre alt und es geht ihr gut, sagt der Vater.
Der Verein wird auch weiterhin von betroffenen Eltern getragen. Von Ute Schröter etwa, deren Sohn Tim mit acht Jahren ebenfalls an Leukämie erkrankte und mit 12 einen Rückfall hatte. Damals waren die Schröters gerade von Dortmund berufsbedingt nach Ostfriesland gezogen und kannten noch keinen Menschen, sagt Ute Schröter. Ihr war der Verein eine große Hilfe. „Das Gespräch ist dabei das Wichtigste“, sagt auch Vereinsvorsitzender Dieter Seemann. Und Ute Schröter ist jetzt, obwohl ihr Sohn als geheilt gilt, eben im Verein geblieben – wie viele andere Eltern auch. Ihm gehören derzeit an die 120 Familien an, auch Ammerländer sind darunter. Und jedes Jahr kommen um die 25 betroffene Familien dazu, sagt Dieter Seemann, der von ständig um die 50 Familien im Verein spricht, deren Kinder sich in Therapie befinden. Allerdings: Manchmal verliert ein Kind den kampf gegen den krebs. Und auch dann ist der Verein da, hat unter anderem zwei Gruppen für verwaiste Eltern gegründet.
Kinder, die an Krebs erkranken, fallen durch die Behandlung in ein Loch, aus dem man sie wieder herausholen muss, sagen Seemann und Schröter.
Durch die oft Jahre dauernde Therapie machten die Kinder Dinge mit, die sich andere oft gar nicht vorstellen könnten. Und gerade den älteren Kindern und Jugendlichen sei durchaus bewusst, dass sie mit dem Tode kämpften, beteuert auch Ute Schröter. Die Furcht vor einem Rückfall bleibe nach erfolgreicher Therapie deshalb auch durchaus bestehen. Um also die Kinder nach erfolgreicher Behandlung wieder aufzubauen, organisiert der Verein viele Veranstaltungen oder sorgt für eine Beteiligung der Kinder an Aktionen wie der in Wiefelstede, bei der die Kinder einen Parcours unter Wasser durchschwimmen mussten und beispielsweise lernten, dass man auch unter Wasser etwa eine Banane essen kann. Die DLRG Wiefelstede hatte ein Zelt aufgestellt, was bei später einsetzendem Regen gut war. Zum Abschluss der Aktion in Wiefelstede wurde noch gegrillt. Eine weitere Aktion des Vereins ist auch der alljährliche Besuch des letzten Heimspiels des Fußball-Bundesligisten Werder Bremen im Weser-Stadion für etwa
50 Kinder. Der Werder-Fan-Club Moormerland hat das mit arrangiert.
Übrigens: Den Kinder hat die Veranstaltung in Wiefelstede so gut gefallen, dass für das kommende Jahr bereits ein kleines Zeltlager im Swemmbad angedacht ist.
Infos über den Verein unter www.ev-krebskranke-kinder.de
Den Kinder sollte ein
positives Erlebnis geboten werden, das ihr
Selbstvertrauen stärkt
