WIEFELSTEDE - Die Gemeinde Wiefelstede wird zwei Elterninformationsabende zum Thema „Einführung einer Oberschule mit gymnasialem Angebot in Wiefelstede“ anbieten – am Montag und Dienstag, 8. und 9. März, jeweils ab 19.30 Uhr in den Grundschulen Wiefelstede und Metjendorf. Der Schulausschuss empfahl dem Verwaltungsausschuss am Montagabend einstimmig, die Verwaltung mit der Durchführung zu beauftragen. Einbezogen werden sollen dabei auch die Kindergärten, wurde im Ausschuss deutlich.
„Antworten“ angemahnt
Gemeindeelternratsvorsitzende Andrea Nacke sagte es deutlich: „Viele Eltern haben noch keine richtige Vorstellung von der Oberschule. Sie wollen ihre Kinder in der Schule grundsätzlich gut aufgehoben wissen, wollen, dass die Schulabschlüsse gut vorbereitet werden.“ Sie mahnte an, auf den Informationsveranstaltungen auf sicherlich viele zu erwartende Fragen auch erschöpfende Antworten anzubieten. Nacke machte aber auch klar, dass „im ersten Eindruck“ die Oberschule eine Verbesserung der bisherigen Situation in der Gemeinde darstelle.
Das sieht die eindeutige Mehrheit im Ausschuss genauso – ungeachtet der Tatsache, dass die Einführung der neuen Schulform vom Landtag noch gar nicht beschlossen ist und derzeit lediglich auf der Basis eines Gesetzentwurfs diskutiert wird. SPD und Grüne machten zwar deutlich, dass sie die Einführung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) nach wie vor favorisieren, dass diese aber, wie Jens-Gert Müller-Saathoff (Grüne) meinte, „politisch eben derzeit nicht durchsetzbar ist“.
Jörg Weden (SPD) betonte, die SPD habe es sich bei der Entscheidung, dem Verfahren für die Einführung einer Oberschule zuzustimmen, nicht leicht gemacht.
„Wichtiger Standortfaktor“
Ein gymnasiales Angebot sei jedoch ein wichtiger Standortfaktor für die Gemeinde. Und nach mehr als einem Jahrzehnt des – vergeblichen – Versuchs, eine solche in der Gemeinde zu etablieren, komme mit dem Modell Oberschule nun endlich Bewegung in die Schullandschaft: „Ein Schritt in die richtige Richtung“, zumal „Elemente einer IGS“ in der Oberschule entwickelt werden könnten. Keine Gemeinde könne sich zudem auf Dauer leisten, dass 57 Prozent der Wiefelsteder Schüler in den Umlandgemeinden verschwinden, weil Wiefelstede nicht über ein gymnasiales Angebot verfüge. Parteikollegin Irmgard Stolle will dennoch „genau hinschauen“ und die Entwicklung im Landtag, der voraussichtlich im März über die Einführung der Oberschule in Niedersachsen entscheiden will, „sehr kritisch begleiten“.
„Stärken bleiben erhalten“
Marc Brinkmann, Leiter der Haupt- und Realschule Wiefelstede, sieht seine Schule für die Umwandlung in eine Oberschule gut gerüstet: Ihre Stärken auch hinsichtlich der beruflichen Orientierung der Schüler blieben zudem erhalten. Schulleitung und Kollegium befürworteten die Einführung. Wie Bürgermeister Helmut Völkers und auch CDU-Ratsherr Bernd Kossendey sieht er in der Einführung der neuen Schulform mit einem gymnasialen Angebot eine „historische Chance“ für Wiefelstede.
„Dann ist Tür für IGS zu“
Strikt gegen die Oberschule war lediglich Beisitzer Gerold de Boer, der ehemalige Gemeindeelternratsvorsitzende. Er fühlt sich – wie bekanntlich auch UWG-Ratsfrau Sylvia Bäcker – dem „deutlichen Votum der Elternschaft für eine IGS“ nach wie vor verpflichtet. Seine Befürchtung: „Wenn wir uns für die Einführung der Oberschule entscheiden, dann ist die Tür für eine IGS zu.“
Letztlich beauftragte der Ausschuss die Verwaltung,
in Absprache mit der Landesschulbehörde in Osnabrück die für die Errichtung einer Oberschule mit gymnasialem Angebot gewünschte Trendabfrage unter den Eltern durchzuführen,
zur Verkürzung des Antragsverfahrens und zur Fristwahrung einen Antrag auf Errichtung einer solchen Schule am Schulzentrum Wiefelstede zu stellen – vorbehaltlich der Gesetzesänderungen im niedersächsischen Schulgesetz und vorbehaltlich des Beschlusses des Gemeinderates,
und bei der Gemeinde Bad Zwischenahn einen Antrag auf Herstellung des Einvernehmens für die Errichtung einer solchen Schule zu stellen.
