WIEFELSTEDE - Die Verwirrung um das Thema „Oberschule“ war auch in der jüngsten Sitzung des Wiefelstede Schulausschusses groß: Zu viele Details über diese in Niedersachsen geplante neue Schulform fehlen bisher.

Bei der Frage, ob etwa die Wiefelsteder Haupt- und Realschule zukünftig in eine Oberschule ungewandelt werden sollte, wurde schnell der Ruf nach Informationsveranstaltungen laut – und die Forderung nach zwingender Einbeziehung der Elternschaft. Bürgermeister Helmut Völkers sieht dennoch bereits jetzt in der neuen Schulform eine Möglichkeit, das Hauptproblem in der Gemeinde Wiefelstede zu beseitigen: Jeder zweite Schüler wandert nämlich derzeit ab aus der Gemeinde, etwa zur KGS nach Rastede. Völkers sieht – wie Schulleiter Marc Brinkmann auch – die Haupt- und Realschule als „sehr gut geeignet“ für eine Oberschule, auch hinsichtlich der vorhandenen Infrastruktur. Sinn mache die Umwandlung in diesem Zusammenhang – so Völkers – jedoch nur dann, wenn in Wiefelstede bereits zum Start der neuen Schulform ein gymnasiales Angebot vorgehalten würde. Völkers widersprach damit dem CDU-Faktionsvorsitzenden und Landtagsabgeordnete Jens Nacke, der in der Einführung einer Oberschule in Wiefelstede zwar „fantastische Chancen“ für die Gemeinde sieht, jedoch zu einer schnellen Einführung bereits zum kommenden Schuljahr notfalls zunächst auch ohne gymnasiales Angebot riet. Die Frage, ob mit der Oberschule am Ende eine gymnasiale Oberstufe in Wiefelstede realisiert werden könne, ließe sich derzeit nicht beantworten. Der CDU-Fraktionsvorsitzende sagte, der Schulgesetzentwurf liege in Hannover im Dezember vor.

Irmgard Stolle (SPD) warnte bezüglich der Einführung einer Oberschule vor einem „Galopprennen“: Wichtig sei zudem, die Eltern mit ins Boot zu nehmen, damit die neue Schulform auch Akzeptanz finde. Das sah auch Sylvia Bäcker (UWG) so, gerade weil es im Ammerland ein eindeutiges Elternvotum für eine IGS gebe.

Gemeindeelternratsvorsitzender Gerold de Boer sieht dieses Votum ebenfalls als „Fakt“ und weiß daher auch nicht, ob die Eltern die Einführung einer Oberschule gutheißen würden. Auch für de Boer gibt es derzeit viel zu wenige Informationen über die neue Schulform, so dass eine Informationsveranstaltung auch für ihn zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn macht.