Wiefelstede - Nächste Woche Donnerstag geht der Schulalltag wieder los. Und auch in Wiefelstede weist die Polizei wieder darauf hin, besonders zu Schulbeginn im Straßenverkehr auf die kleinsten Teilnehmer besonders zu achten.

„Die größte Gefahr für Kinder ist Ablenkung“, warnt Polizeihauptkommissar Frank Seeger. Eigentlich wüssten Kinder, wie sie sich im Straßenverkehr zu verhalten haben. „Aber sie verdrängen es schon mal vorübergehend.“

Deshalb empfiehlt Frank Seeger allen Kindern hohe Konzentration auf und neben der Straße. „Wenn ihr über die Straße geht, wartet bis das kommende Auto steht – auch bei Ampeln.“

Ein weiterer Aspekt sei helle Kleidung. „Das ist auf jeden Fall sehr wichtig“, sagt der 57-Jährige. „Teilweise finde ich es unverantwortlich, wie dunkel manche Eltern ihre Kinder kleiden – besonders in der kalten Jahreszeit. Dabei sollte es jedem bekannt sein, dass Kinder in heller Kleidung von Autofahrern besser gesehen werden.“

Dass Reflektoren an Kleidungsstücken seltener geworden sind, stößt bei dem Heidkamper auf wenig Gegenliebe: „Die sind leider von der Bildfläche verschwunden.“ Hilfsmittel gäbe es jedoch jede Menge für kleines Geld – teils auch kostenlos.

Wenn es im Herbst langsam wieder später hell wird, sollten Erziehungsberechtigte die Fahrräder ihres Nachwuchses kontrollieren. „Teilweise sind dann Schüler nur mit mangelhafter Beleuchtung unterwegs. Manche sogar ohne.

Nicht nur, um junge Verkehrsteilnehmer zu schützen, auch um hohes Verkehrsaufkommen in Schulnähe zu reduzieren, wurde Ende vergangenen Schuljahres das Konzept des Projekts „Schulexpress“ in Wiefelstede installiert.

„Die Verkehrsdichte ist in Schulbereichen in den vergangenen Jahren gestiegen – damit auch das Gefahrenpotenzial“, sagt Frank Seeger. Das liege hauptsächlich daran, dass Eltern ihre Kinder quasi bis vor die Schultür fahren. „An steigenden Schülerzahlen liegt es jedenfalls nicht.“ Durch Wartezeiten vor den Parkplätzen würden anschließend Rückstaus entstehen. „So etwas hat es vor 20 Jahren und länger nicht gegeben.“

Der „Schulexpress“ ist mit seinen acht Haltestellen nun fester Bestandteil des Grundschul-Alltags in Wiefelstede. Die Treffpunkte sind bis zu einem Kilometer von der Schule entfernt. Dort treffen sich die Kinder in kleinen Gruppen und laufen eigenständig zur Schule. „Einzelkinder sind meist unvorsichtiger als die, die in einer Gruppe unterwegs sind.“

Mit den nun eingerichteten Haltestellen soll der Autoverkehr rund um die Schule reduziert werden. Die Kinder sammeln praktische Erfahrungen im Umgang mit dem Verkehr, haben Bewegung und kommunizieren miteinander.