Wiefelstede - Der Parkplatz vor dem Wiefelsteder Swemmbad war am Mittwochmorgen schon weit vor 10 Uhr voll. Um 13.40 Uhr ist ist eine Seite der Straße Alter Damm zugeparkt. Ansturm auf das Freibad in Wiefelstede. Das bedeutet volle Konzentration am Beckenrand für Jana Jelken und viel Arbeit für Mario Schaeffer. Und dann ruft auch noch RTL auf Schaeffers Handy an.
Jana Jelken ist Schwimmmeister-Auszubildende im ersten Lehrerjahr, Mario Schaeffer der Chef des Bades und Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister sowie Vorsitzender des Landesverbandes Niedersachsen. Deshalb der Anruf des Fernsehsenders und nicht, weil das Bad so lauschig ist. „Die wollen zum Thema Ausbildung drehen“, sagt Mario Schaeffer. Und eben auch mit Jana Jelken.
Die junge Frau aus der Nähe von Cloppenburg hatte zunächst den Beruf der Kauffrau für Büromanagement erlernt. „Ich habe schnell gemerkt, das füllt mich nicht aus. Und nur im Büro ist auch nicht meins.“ Also wechselte sie vom Kostüm in den Badeanzug. Im Bad, egal ob Freibad im Sommer oder Hallenbetrieb im Winter, in dem Job habe sie immer mit Menschen zu tun. „Jeden Alters. Nicht nur alte oder nur junge Leute.“ Der Beruf sei abwechslungsreich. Beinhalte neben Beckenaufsicht oder Schwimmunterricht auch Technisches. Filter der Wasseraufbereitung wechseln oder die Anlage entlüften. „Sie war auch schon in einem Aktivkohlefilter drin und hat Kohle verteilt. So sah sie dann auch aus“, sagt Schaeffer.
Dass derzeit bundesweit 2500 Fachkräfte für den Badebetrieb fehlten, sei auch der Tatsache geschuldet, dass viele nicht wüssten, dass es sich um einen Ausbildungsberuf handele. „In dem man auch den Meister machen kann“, so der Verbandsfunktionär. Für die Bäder Wiefelstede und Neuenkruge seien genug Kräfte vorhanden. „Aber an Tagen wie heute geht es personell ans Limit mit unserem achtköpfigen Team.“
Wer in einem kommunalen Bad arbeite, werde nach Tarif bezahlt, sagt der Schwimmmeister. „Im ersten Lehrjahr verdiene ich um die 800 Euro. Dann kommt es noch drauf an, ob man am Wochenende arbeitet“, berichtet Jana Jelken. Die Bezahlung sei nicht unattraktiv, ergänzt Schaeffer. Dennoch: „Wir mussten für das neue Lehrjahr die Stelle zweimal ausschreiben, bis wir zum 1. August einen neuen Auszubildenden einstellen konnten. Jana Jelken macht der Job Spaß. „Man ist eben auch draußen.“ Auch das sieht man ihr in diesen Tagen an.
