WILDESHAUSEN - Abiturienten und Gäste erlebten eine stimmungsvolle Feier. Auch in die Zukunft ging der Blick.
Von Astrid Kretzer
WILDESHAUSEN - Der (selbst ernannte) „Adel“ geht – doch hielt zuvor am Sonnabend noch einmal Hof im Gymnasium Wildeshausen und ließ sich feiern: 70 Abiturientinnen und Abiturienten erhielten am Sonnabend bei der Entlassungsfeier im Schulforum ihre Reifezeugnisse. Beim jüngsten Abi-Streich hatte sich der Abiturjahrgang selbst „geadelt“ – für Schulleiter Ralf Schirakowski nun Anstoß zu eindringlichen Worten zum Abschied: „Noblesse oblige“ (Adel verpflichtet), gab er den Absolventen mit auf den weiteren Lebensweg: „Nehmen Sie das wahr.“In die gleiche Kerbe schlug Kursleiter Ralf Eggers: Die Verleihung der Abiturzeugnisse sei auch ein Privileg fürs weitere (Berufs-)Leben und tauglich als „Adelsbrief“. Der Abijahrgang 2006 habe als erster das Zentralabitur absolviert und diesen Versuch „nicht nur überlebt“, sondern sei gestärkt daraus hervorgegangen – nun warte die Zukunft. „Geht hinaus, trefft Entscheidungen und habt den Mut, diese, wenn nötig, zu revidieren. Aber lasst nicht einfach geschehen“, rief er dem Abiturientenjahrgang zu.
Landrat Frank Eger ging es am „Tag eins“ nach dem WM-Viertelfinale sportlich an: Er nutzte den Erfolg der Nationalkicker als Steilvorlage: Erfolg brächten Motivation, unbändiger Wille und Engagement – „und ein bisschen Glück gehört auch dazu“. Den Ball nahm Eger gleich noch einmal auf: Das nächste Match warte bereits, und die „Gegner“ würden nicht leichter – „aber mit der richtigen Taktik wird es bewältigt“.
Dass sich die Absolventen durch die Schule auf die Zukunft vorbereitet fühlen, bekundeten Anna Ravensberg und Markus Würdemann in einer Abiturientenrede mit humorvoller Rückschau auf sieben Gymnasialjahre: „Wir haben eine ausgezeichnete Ausbildung genossen, mit der uns – den nötigen Ehrgeiz vorausgesetzt – alle Türen offen stehen“, so Würdemann.
Besonderer Dank der scheidenden Schüler galt einer echten „Institution“ des Gymnasiums: dem langjährigen Hausmeister Wilfried Schmidt, den vielen Schülerjahrgängen seit seinem Dienstantritt 1972 als „Shorty“ bekannt. Für Schmidt war es nunmehr die letzte Abi-Entlassfeier, geht er doch im April in den Ruhestand. Sichtlich gerührt nahm er ein Präsent der Abiturienten entgegen und erlebte „Standing Ovations“, als Schulleiter Schirakowski ihn als „heimlichen Meister der Schule“ würdigte.
Gerahmt wurde die Feierstunde von Musikbeiträgen der Band „Jazz Crash“ sowie einem Sprechchor des 13. Jahrgangs, der eine Sprechfuge von Ernst Toch vortrug.
