WILDESHAUSEN - „Meine deutschen Sprachkenntnisse kann ich nur in Deutschland verbessern“, sagte sich Emeline Robert aus Cholet, einer Stadt mit 54 000 Einwohnern im Nordwesten Frankreichs. Gesagt, getan. Die 19-jährige Studentin bewarb sich bei der Stadt Wildeshausen um ein Praktikum. Mit Erfolg. Seit Anfang der Woche ist sie im Fachbereich Innen tätig.

„Sie soll bei uns erst einmal die Abläufe kennenlernen“, sagt Wera Golk, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Innen. Zwei Wochen lang teilt sich Robert mit Vera Grotelüschen den Arbeitsplatz. Dort hilft die 19-Jährige bereits mit, den Internet-Auftritt der Stadt zu pflegen. „Eine Woche wird sie anschließend im Empfang des Stadthauses arbeiten“, erläutert Golk, „dann ist der Bereich Organisation/Personal an der Reihe.“

Robert studiert an der Université Catholique de l’Ouest (Katholische Universität des Westens) in Angers die Fächer Englisch, Deutsch und Chinesisch. Später möchte sie gern Dolmetscherin werden, erzählt die sympathische Blondine, vielleicht sogar beim Europäischen Parlament. Die Affinität zur deutschen Sprache ist familiär geprägt: Bereits im Kindergarten, als die Familie noch in den Vogesen lebte, sei Deutsch gesprochen worden. Ihr Vater Daniel Robert ist Schulleiter des Collège Notre Dame du Bretonnais in Cholet. Auch ihre Mutter Ka­therine hat dort unterrichtet. Seit Jahren pflegt die Schule einen intensiven Austausch mit der Realschule Wildeshausen. Ihre Mutter war zuletzt vor zwei Jahren in Wildeshausen zu Gast.

Während ihres Aufenthalts in der Kreisstadt ist die 19-Jährige bei Elke und Wolfram Persikowski untergebracht, die zu den Initiatoren des Austausches mit Cholet gehören. Sie wollen ihrem französischen Gast noch Oldenburg, die Nordseeküste und Bremen zeigen. „Sie muss am Denkmal der Stadtmusikanten unbedingt noch dem Esel an die Füße fassen“, sagt Wolfram Persikowski. Damit Emeline Wildeshausen erkunden kann, hat er ein Fahrrad wieder flott gemacht.

Auch Jens Kuraschinski, Leiter Zentrale Steuerung im Stadthaus, empfindet die Praktikantin als Bereicherung des Teams. „Vielleicht können wir ja gleichzeitig unsere Französisch-Kenntnisse aufbessern“, meint er. Die nächste Station der ehrgeizigen Studentin aus Cholet steht bereits fest: Nach ihrem Wildeshausen-Aufenthalt reist die 19-Jährige nach Dublin (Irland), um ihre Englisch-Kenntnisse aufzubessern.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent