WILDESHAUSEN - 24 Schülerinnen und Schüler aus den fünften bis achten Klassen machten mit. In Rollenspielen erkennen sie Konflikte und schließen zur Schlichtung Vereinbarungen.

von manfred mietzon

WILDESHAUSEN - „Wenn zwei sich streiten – freut sich der Dritte“: Dieses jedem geläufige Sprichwort soll an der Realschule in Wildeshausen keine Gültigkeit mehr haben. Deshalb fand an den beiden vergangenen Tagen wieder ein Konfliktlotsenseminar statt, an dem 24 Schülerinnen und Schüler der fünften bis achten Klassen teilnahmen. Im Jugendzentrum und im Waltberthaus ließen sie sich von Elke Persikowski, Susanne Langkrer, Thomas Butzmann, Anja Peters und Reinhard Bieh-Bausch zu Streitschlichtern ausbilden.

Mit Rollenspielen wurden Konflikte und ihre Schlichtung durchgespielt. Dazu gehörte auch der „Vier-Ecken-Konflikt“ – mit Gegenständen wurden vier Situationen dargestellt. Teller und Hammer bedeuteten einen Streit mit Scherben und Narben, eben mit bleibenden Folgen. Der Papierkorb stand für einen Konflikt, der abgehakt und somit gelöst wurde. Tischtennisschläger- und ball bezeichneten einen Konflikt, der immer hin und her geht. Und ein Streit, über den keiner mehr redet, bekam als Symbole einen Teppich und einen Besen zugeordnet.

Als angehende Konfliktlotsen erfuhren die Schülerinnen und Schüler die Instrumentarien der Streitschlichtung. So lernten sie, dass richtig zuhören und sich Zeit für die Konfliktparteien nehmen eine wichtige Basis für die Schlichtung bilden. Mit einer Checkliste wurden dann die Rollenspiele in Kleingruppen vorbereitet. Wie beginnt ein Schlichtungsgespräch und welche Fragen gehören zur Klärung eines Problems?

Schwierig war das Ausarbeiten von Lösungen, die ja schließlich auch im Rollenspiel von den Streitenden akzeptiert werden mussten. Den Abschluss einer erfolgreichen Schlichtung bildet dann das Schlichtungsformular. Die Konfliktlotsen der Realschule erhalten für ihr zusätzliches Engagement ein Zertifikat zum Zeugnis am Ende des Schuljahres.