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Bbs Wildeshausen Andere Länder, andere Küchen

Wildeshausen - Was gilt in Polen als absolute Leibspeise und wie wird diese zubereitet? Wie bediene ich auf Englisch einen Hotelgast? Was ist beim Housekeeping in einem polnischen Hotel zu beachten? Diese und weitere Fragen werden sechs Schülerinnen der einjährigen Berufsfachschule Gastronomie in diesem April beantworten können.

Denn für sie geht es insgesamt 16 Tage in den Partner-Landkreis des Landkreises Oldenburg – nach Nowomjeski. 2015 wurde der Austausch, der neben der Arbeit in ausgewählten Hotel- und Gastronomiebetrieben auch den Besuch der dortigen Berufsschule und ein Rahmenprogramm beinhaltet, an den Berufsbildenden Schulen Wildeshausen (BBS) initiiert und wird seitdem mit EU-Mitteln im Programm Erasmus+ gefördert. Von den BBS reisen außerdem 20 Schüler aus dem Bereich Wirtschaft nach England, um dort internationale Erfahrungen zu sammeln.

Aber bereits jetzt steigt die Vorfreude über den Besuch in Polen. Denn die betreuende Lehrkraft, Christa Evers, bereitet die sechs Schülerinnen gemeinsam mit Schulsozialarbeiterin Liane Neese auf den Austausch vor. „Ich habe den Schülern etwas über Land und Leute erzählt, auch haben wir über ihre Bedenken gesprochen“, erläuterte Evers. Denn die jungen Frauen waren teilweise noch nicht im Ausland, sind skeptisch bezüglich der englischen Sprache und der anderen Arbeitsweise. „Das Neue kann ein unwohles Gefühl und Kribbeln auslösen“, erklärte Lehrerin Evers.

Lehrerin begleitet

Auf sich allein gestellt sind die sechs jungen Schülerinnen, die alle ihre berufliche Zukunft in der Gastronomie oder Hotellerie sehen, in ihrer Zeit in Polen nicht. Denn Lehrerin Evers wird mitreisen. In den zwei Tagen, in denen sich die Schüler im Wildeshauser Jugendzentrum auf die Reise nach Polen vorbereiteten, ging es auch um den europäischen Gedanken, das Erasmus-Programm oder eine Checkliste für das Flugzeug.

Arbeiten werden alle sechs in dem Hotel, in dem die Gruppe aus Wildeshausen auch wohnt. „Dort können sie im Service, in der Küche aber auch im Housekeeping arbeiten“, sagte Evers. Es soll aber nicht nur gearbeitet werden – drei Tage lang besuchen die Wildeshauser die Stadt Breslau. Das übrige Rahmenprogramm wird von der polnischen Partnerschule zusammengestellt.

„Ich habe mich beworben, weil ich die Kultur und die Gastronomie kennenlernen wollte“, erläuterte Jana Rutsatz. Die 17-Jährige aus Hude freut sich, neue Gerichte auszuprobieren und auch ihr Englisch zu verbessern. Auf die Zubereitung der Gerichte und die „polnische“ Verarbeitung von Lebensmitteln ist Jana Köster gespannt.

Sie reist generell gerne und freut sich auf die neuen Eindrücke aus Polen, wohin sie bisher noch nicht gereist ist. „An der Arbeit im Hotel gefällt mir die Vielfalt. Ich kann nicht nur in der Küche, sondern auch im Service arbeiten“, freut sich die Huderin auf den Auslandsaufenthalt. Bereits vor der Reise nach Polen absolviert die 17-Jährige – wie alle ihre Mitschüler – ab Februar ein vierwöchiges Praktikum. Köster schnuppert dann bereits Hotelluft.

Bewerbung notwendig

Bewerben mussten sich alle sechs Schülerinnen. Sie wurden unter allen Bewerbern ausgesucht. „Obwohl in der Klasse auch Realschüler sind, haben die Ausgewählten in diesem Jahr alle einen Hauptschulabschluss. Es geht also nicht nur um die schulische Leistung“, sagte Christa Evers. Vielmehr seien fachliche und soziale Kompetenz, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit ausschlaggebende Kriterien gewesen, erläuterte Sozialarbeiterin Liane Neese.

Berufswunsch: Hotel

Den konkreten Wunsch, im Hotelfach Fuß zu fassen, hat Lisa Themann aus Rechterfeld. Die 17-Jährige ist neugierig, wie es in einem polnischen Hotel zugeht und wie dort gearbeitet wird. „Die Schüler berichteten in den Vorjahren, dass es in Polen andere Arbeitsstrukturen gibt. Im Vergleich zu Deutschland ist man dort wohl etwas planloser“, erinnert sich Evers an die Erfahrungen seit dem Beginn des Austausches.

Wann der Gegenbesuch in Wildeshausen ansteht, ist derweil noch nicht klar. Die polnischen Schüler seien dann in unterschiedlichen Betrieben untergebracht. „Hotels und Gastronomiebetriebe in Wildeshausen zu finden, die mitmachen wollen, ist gar kein Problem“, sprach Evers ein großes Lob an die hiesigen Betriebe aus.

Wie es Lisa Themann, Jana Rutsatz, Jana Köster und ihren Mitschülern Celine Dittmann (16, Goldenstedt), Danielle Brunzel (16, Kirchhatten) und Jessica Meiners (18, Wardenburg) im polnischen Hotel gefallen hat, können sie im April berichten. Aus den Vorjahren weiß Evers, dass die Schüler nach dem Aufenthalt selbstbewusster sind, sich mehr zutrauen und offener für Neues sind. Auch steige die Akzeptanz für fremde Kulturen.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
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