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Berufliches Gymnasium So funktioniert bewegtes Lernen

Wildeshausen - Was passiert, wenn Schülerinnen und Schüler während des Unterrichts für zehn Minuten aufstehen, um sich zu bewegen? Das Ergebnis kennen Uwe Winkler und Marcus Rieske: Die beiden Sportlehrer haben ein Schuljahr lang in Anlehnung an das Programm „Bewegte, gesunde Schule Niedersachsen (BS NDS)“ des Niedersächsischen Kultusministeriums in den elften Klassen des Beruflichen Gymnasiums in Wildeshausen ein Projekt angeleitet. Am 29. November werden Schüler und Lehrer Vertretern der Universität Magdeburg das Projekt vorstellen.

Video aufgenommen

Das Ziel: Einen „Zehn-Minuten-Bewegungsimpuls“ in den Unterricht einbauen – und damit das Lernen, die Lernatmosphäre sowie die Gesundheit aller Beteiligten fördern.

Mehrere Vorbereitungen waren für das Projekt nötig gewesen. Unter anderem nahmen Winkler und Rieske die entsprechenden Übungen per Videokamera auf und stellten die Videos auf einem Schulserver beziehungsweise einem Computer zur Verfügung. „Wichtig bei den Aufnahmen war unter anderem, dass alle Übungen im Unterrichtsraum durchführbar waren“, erklärt Winkler rückblickend. Selbstständig mussten sich die Jugendlichen zuhause auf die Übungen vorbereiten.

Eine typische koordinative, kognitive Übung ist zum Beispiel, zwei Bälle parallel hochzuwerfen und diese bei gekreuzten Händen dann zu fangen und wieder parallel zurückzuwerfen. Zusammen mit den Lehrern führten die Schüler diese Übungen in Kleingruppen meist in der 5./6. Stunde durch. In einer Vorratsbox lagerten sie die notwendigen Materialien wie Bälle oder Tücher ein.

Im Januar gab es eine Zwischenbefragung: „Aus den ersten Ergebnissen war ablesbar, dass das Projekt die Schülerinnen und Schüler motiviert“, berichtet Winkler. Die Jugendlichen brachten in ihren Antworten häufig den sozialen und kommunikativen Aspekt zur Sprache. „Ich kann im Unterricht etwas mit Freunden machen“ oder „Es war mal etwas anderes und ich konnte mich bewegen, statt nur zu sitzen“, lauteten unter anderem die Antworten. Allerdings: Aufgrund mangelnder Vorbereitung der Schüler konnte die Qualität der Übungsdurchführung nicht immer überzeugen.

Die abschließende Evaluation folgte im Juni sowohl auf Schüler- als auch auf Lehrerseite. Das Ergebnis wich kaum vom ersten ab: „Insbesondere die fehlende Motivation, die Übungen täglich zu organisieren und auszuführen, wurde von den Schülerinnen und Schülern bemängelt“, merkt Winkler an. Teils hätte es den Jugendlichen keinen Spaß gemacht – wegen mangelnder Vorbereitungen.

Mit ein Grund, weshalb die „Bewegte Pause“ trotzdem weiter verfolgt wird: Nach Angaben der Lehrkräfte konnten die Schüler nach dem Bewegungsimpuls dem Unterricht konzentrierter und motivierter folgen. „Darüber hinaus hat ein Großteil der beteiligten Lehrer den Zehn-Minuten-Bewegungsimpuls als positiv für sich erlebt“, so Winkler. „Sie haben einfach mitgemacht und sich bewegt. Und Bewegung nutzt der Gesundheit, das ist im Grunde nichts Neues.“

Fortbildung für Lehrkräfte

Das Fazit, das Uwe Winkler und sein Team ziehen: „Eine wichtige Konsequenz aus diesem Ergebnis ist, dass Kolleginnen und Kollegen den Zehn-Minuten-Bewegungsimpuls durchführen sollten.“ 20 Lehrer erklärten sich sofort bereit, sich für eine Fortbildung für den Zehn-Minuten-Bewegungsimpuls qualifizieren zu lassen. „Ein Problem haben wir jedoch: Im Rahmen finanzieller Möglichkeiten ist es nicht möglich, die Lehrer für den Zehn-Minuten-Bewegungsimpuls zu qualifizieren. Daher suchen wir noch nach Finanzierungsmöglichkeiten, um dieses Projekt fortzuführen“, so Winkler.

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