Wildeshausen - Es sieht simpel aus: Schülerinnen und Schüler rennen in der Widukindhalle drauf los, um Gegenstände wie Spielkarten in bestimmten Farben vom Boden aufzusammeln. Während sie rennen, müssen sie einen kleinen Ball prellen. Sieht einfach aus? „Es ist richtig schwer“, sagt Grzegorz Zebrowski (16). Diese Art des Sportunterrichts ist angelehnt an „Bewegte Schule – Gesunde Schule Niedersachsen (BS NDS)“ des Niedersächsischen Kultusministeriums.
Rund zehn Gäste aus Magdeburg sind in der Sporthalle der Berufsbildenden Schulen (BBS) Wildeshausen ebenfalls anwesend: Sportstudenten der Otto-von-Guericke-Universität informieren sich an diesem Tag darüber, wie das Programm BS NDS an den BBS umgesetzt wird. Immer mit dabei: Sportlehrer Uwe Winkler.
Gemeinsam mit Marcus Rieske hatte er unter anderem ein Schuljahr lang in Anlehnung an BS NDS den zehnminütigen „Bewegungsimpuls“ im Unterricht der elften Klassen eingeführt: Für zehn Minuten machten die Schüler bestimmte Übungen – um danach konzentrierter zu arbeiten. Auch dieses Projekt wird den Studenten im Laufe des Vormittags noch vorgestellt.
Die „Bewegte Pause“ sei aber nur ein Baustein des Programms BS NDS, erklärte Winkler. Ein weiterer Baustein ist die spezielle Form des Sportunterrichts, die in diesem Moment in der Sporthalle demonstriert wird. Die elfte Klasse des Wirtschaftsgymnasiums an den BBS zeigt, welche sogenannten koordinativ-kognitiven Übungen sie innerhalb von zehn Wochen gelernt hat.
„Es ist ein gutes Gehirnjogging“, findet Emelie-Mavíe Haas. Bei den Übungen gehe es darum, beide Gehirnhälften miteinander zu verknüpfen, erklärt die 17-Jährige. Ganz ohne Nebenwirkungen bleibe das nicht. „Man muss sich sehr konzentrieren – am Anfang kann es auch zu Kopfschmerzen kommen.“ Deshalb dürften die Übungen lediglich eine Stunde am Tag durchgeführt werden, fährt die Schülerin fort. „Je öfter man es macht, desto leichter fällt es. Das Training kann man leicht zuhause nachmachen“, ergänzt Mohamad Jawad (17). Die Übungen gehen in Gruppen weiter: So dürfen die Schüler und Sportstudenten nur in einer bestimmten Schrittreihenfolge über diverse Bänder treten, die auf dem Boden liegen.
„Das Ziel der Übungsreihe ist, dass wir die Schüler fördern“, erklärt Winkler währenddessen. „Die Übungen haben gute Auswirkungen auf das Gehirn.“ Das können Mohamad, Grzegorz und Emelie-Mavíe bestätigen: „Im Alltag kann man sich besser konzentrieren“, sagen sie.
