WILDESHAUSEN - Über Zwei-Takt-Motoren, Solarzellen und Dachsparren haben die Neuntklässler der Realschule Ganderkesee in diesem Halbjahr viel erfahren. Allerdings nicht theoretisch aus einem Schulbuch, sondern ganz praktisch in den Werkstätten der Berufsbildenden Schulen (BBS) Wildeshausen.
Die „Region des Lernens“ hatte das Projekt „Energie- und Solartechnik“ zwischen den beiden Schulen initiiert. Jede der drei Realschulklassen kam jeweils sechs Wochen lang einmal wöchentlich für acht Unterrichtsstunden in die Kreisstadt. Dort bekamen die Schüler einen ersten Einblick in Motor-, Solar- und Bautechnik. In Blaumännern standen sie an der Werkbank, bastelten an Bilderrahmen, schraubten an Motoren, bauten einen Dachstuhl auf und befestigten daran Solarzellen. Zum Abschluss mussten sie in Gruppen auch Präsentationen vorbereiten und vor der versammelten Klasse halten.
Ziel des Projektes ist es, mehr Berufsorientierung an den allgemeinbildenden Schulen zu ermöglichen, erklärt Oliver Harms, Leitstellenkoordinator der „Region des Lernens“. Viele Schüler würden ihre Berufswahl trotz Praktika und Infotagen immer noch nach ihrem Freundeskreis richten. Dadurch seien manche Modeberufe völlig überlaufen, während woanders, zum Beispiel im Bereich Technik und regenerative Energien, die starke Nachfrage nach Auszubildenden nicht erfüllt werden kann.
Gleichzeitig sollen die Realschüler auf das Arbeitsleben vorbereitet werden und lernen erste ausbildungsrelevante Fähigkeiten kennen, zum Beispiel einen Acht-Stunden-Tag durchzustehen. Dadurch haben auch die Schüler, die sich gegen einen technischen Beruf entscheiden, etwas von dem Projekt.
