WILDESHAUSEN - Es ist 10 Uhr, das Glockenspiel am Wildeshauser Stadthaus erklingt. Beeindruckt stehen 27 Jugendliche mit fast genauso vielen Kameras vor dem Verwaltungsgebäude.

Die 14 bis 16 Jahre alten Jungen und Mädchen aus dem französischen Cholet sind im Rahmen eines Austausches eine Woche zu Gast in Wildeshausen. Im Stadthaus wurden die Schüler sowie Deutschlehrerin Pascale Guédon und ihre Kollegin Dominique Canis am Donnerstagmorgen durch Jens Kuraschinski als Vertreter des Bürgermeisters begrüßt.

Bereits seit 12 Jahren pflegt die Realschule Wildeshausen engen Kontakt zum Collège Notre Dame du Bretonnais in Cholet. „Im September fuhren die deutschen Schüler nach Frankreich, nun war es Zeit für den Gegenbesuch“, erklärt Französischlehrerin und Organisatorin des Austausches, Elke Persikowski.

Über den regelmäßigen Besuch freut sich auch Deutschlehrerin Pascale Guédon aus Cholet: „Ich habe selbst mit 15 Jahren einen Austausch nach Deutschland gemacht und erinnere mich gern. Nun auch anderen Kindern diese Erfahrung zu ermöglichen, ist toll.“

Bereits am Mittwochabend kamen die französischen Gäste an – mehr als 18 Stunden Busfahrt und einen kurzen Aufenthalt in Köln hatten die Jungen und Mädchen da schon hinter sich.

Doch von Müdigkeit keine Spur: „Das ist hier wirklich aufregend. Wildeshausen ist eine tolle Stadt mit schönen alten Häusern“, schwärmt die 14-jährige Louise, die bereits mit einer Freundin in Deutschland Urlaub gemacht hat. „Doch als Touristin ist es anders. In den Familien, bei denen wir die Woche wohnen, lernt man die Kultur und den Alltag der Deutschen viel besser kennen.“ Einen Gast nahm auch der ehemalige Schulleiter Steffen Akkermann auf. Für die Zeit des Besuchs wird der Busfahrer bei ihm wohnen. „Und auch sonst freue ich mich auf die Programmpunkte, bei denen ich dabei sein kann.“

Neben einigen Fahrten steht das Thema „Käse“ im Mittelpunkt. Die deutschen und französischen Schüler besuchen eine Käserei in Seefeld und Erstellen ein Käse-Büfett. „Zudem steht ein Teeseminar im Waldschlösschen auf dem Programm“, so Elke Persikowski.