WILDESHAUSEN - Beim Modellprojekt „Fachgymnasium Technik mit dem Schwerpunkt Mechatronik“ werden die Berufsbildenden Schulen (BBS) in Wildeshausen die Federführung in Niedersachsen übernehmen. Das teilte das Kultusministerium in Hannover mit. Es genehmigte jetzt den Schulversuch, der zum Sommer an den vier Berufsschulen Wildeshausen, Papenburg, Osnabrück-Brinkstraße und Nordhorn startet.
„Wir hatten für das Fachgymnasium Technik mehr Bewerber als wir erwartet haben“, sagte Gerhard Albers, Schulleiter der BBS Wildeshausen, am Donnerstag derNWZ
. Aus knapp 70 Bewerbern seien 28 ausgewählt worden. Die neue Klasse werde von Dipl.-Ingenieur Hub-Ali Massumy geführt. Koordinatorin der drei Fachgymnasien Wirtschaft, Gesundheit/Soziales und Technik ist Katja Mönnig. Bei ihr laufen organisatorisch die Fäden zusammen.Den Anstoß zum Schwerpunkt Mechatronik gab ein Kontakt mit der Universität Bremen. „Die zukunftsweisende Idee der Mechatronik ist es, sich interdisziplinär mit dem Zusammenwirken mechanischer, elektronischer und informationstechnischer Elemente zu befassen“, erläuterte Albers. Zwar erwerben die Fachgymnasiasten die Allgemeine Hochschulreife – könnten also auch Arzt oder Pastor werden. Durch die Bündelung der Technologiefelder im Schwerpunkt Mechatronik verspricht man sich aber eine frühzeitige Studienorientierung auf ingenieurwissenschaftliche Felder. Albers sprach von einer in Niedersachsen einmaligen Konstellation. „Wir können unsere gute Ausstattung im Bereich Technik nutzen“, sagte er. Es gebe eine enge Verzahnung mit der praxisnahen Ausbildung an den BBS.
Das Fachgymnasium beginnt im Sommer mit der Klasse 11. Die Genehmigung des Schulversuchs erstrecke sich auf maximal drei AbiturJahrgänge bis zum 31. Juli 2015. Im Oktober 2012 sollen die beteiligten vier Schulen einen Zwischenbericht vorlegen und ein Jahr später einen Abschlussbericht. Die Schulen entsenden insgesamt sechs Lehrer in eine Kommission, um bis zum Sommer kommenden Jahres die Rahmenrichtlinien zu erarbeiten. Die fachliche Begleitung übernehme die Landesschulbehörde. Nach fünf Jahren entscheide sich dann, ob das Fachgymnasium Technik mit dem Schwerpunkt Mechatronik „Regelschule“ werde.
