WILDESHAUSEN - Spätestens seit dem „Pisa-Schock“ ist schulische Allgemeinbildung im Umbruch. Bereits 1986 diagnostizierte der Münchener Soziologe Ulrich Beck, dass Schule ihren „über sie hinaus weisenden Sinnfaden“ verloren habe und Schülerinnen und Schüler dem Unterrichtsgeschehen kaum mehr eine Bedeutung für das eigene Leben zuordnen könnten.
Auch die Privatschule Gut Spascher Sand in Wildeshausen versucht, hierauf zu reagieren. Sie ist als durchgängige Ganztags-Bildungseinrichtung unter einem gemeinsamen pädagogischen (Montessori-) Konzept in allen Arbeitsbereichen angelegt und will so über Kindergarten und Schule „zukunftsorientierte Bildung“ gestalten.
„Leben – Entdecken – Lernen“, so bringt Schulleiter Berthold Seidel den pädagogischen Ansatz auf eine griffige Formel. Dazu gehört auch das „Farm-School-Konzept“, das ab dem Schuljahr 2010/11 umgesetzt werden soll und für das in diesen Tagen bereits eine rege Bautätigkeit auf dem Gelände der Privatschule eingesetzt hat. Hier werden die 7. und 8. Klassen an Fragen der gesunden Ernährung, Agrarwirtschaft, Lebensmittelerzeugung,
Wirtschaftskreisläufe sowie der ökonomischen Grundbildung herangeführt. Begleitet wird dies von Fachleuten aus den Ernährungs-, Agrar-, Natur- sowie Wirtschaftswissenschaften. In einer Lehrküche werden die erarbeiteten Inhalte praktisch angewendet, erprobt und gekostet. An dieses Projekt schließt sich dann das Konzept „Schule & Wirtschaft“ an, in dem die Schülerinnen und Schüler auf den Einstieg in die Berufswelt vorbereitet werden. Ab Sommer 2009 wird die Sekundarstufe 1 als „Integrierte Gesamtschule“ (IGS) geführt, in der alle Schulabschlüsse erworben werden können, auch das 13-jährige Abitur.
Ziel aller Projekte und konzeptionellen Ansätze auf Gut Spasche ist nach Aussagen der Schulleitung, junge Menschen auf ihre eigene Zukunft bestmöglich vorzubereiten.
