WILDESHAUSEN - Ihr Angebot erweitern die Berufsbildenden Schulen (BBS) des Landkreises in Wildeshausen: Bereits zum kommenden Schuljahr wird ein Wechsel in die Klasse 11 einer neuen Fachoberschule Technik sowie der Fachoberschule (FOS) Wirtschaft und Verwaltung (Schwerpunkt Wirtschaft) möglich sein. Einstimmig sprach sich der Schulausschuss des Kreises für die Erweiterung aus.
Die Klasse 11 der FOS wende sich insbesondere an Realschulabgänger, erläuterte BBS-Schulleiter Gerhard Albers. Die neue Ausbildung sei gekennzeichnet durch einen hohen Praxisanteil: An drei Tagen pro Woche sind die Schüler im Betrieb tätig. Dies werde ergänzt durch die theoretische, fachbezogene Ausbildung in der Schule. Das neue Angebot diene aber auch der „Stabilisierung“ der 12. Klasse, so Albers. Ab der Klasse 12 bietet die BBS diese beiden Fachrichtungen schon jetzt an. Der Bedarf sei vorhanden, wie der Blick auf die Anmeldezahlen belege. Für die in diesem Jahr gestartete Klasse 11 der FOS Sozialpädagogik gab es eine Warteliste mit 70 Kandidaten – 30 Schülerinnen und Schüler konnten nur aufgenommen werden.
Grünes Licht gab der Ausschuss auch für das „Regionale Integrationskonzept“ (RIK) der Gemeinde Hude. Ziel ist, dass Schüler mit und ohne Förderbedarf ab kommendem Schuljahr in den ersten und zweiten Grundschulklassen der Gemeinde gemeinsam beschult werden (dieNWZ
berichtete). Hude habe hier eine Vorreiterfunktion, erklärte Schulausschussvorsitzender Horst Siemers (CDU). Beim RIK arbeiten die Primarschulen eng mit der Förderschule in Nordenholz zusammen.Klaus Kapell von der Landesschulbehörde appelierte an alle Grundschulen im Landkreis, solche Entwicklungskonzepte aufzustellen, um den ersten Schritt in Richtung Inklusion, also der gemeinsamen Beschulung, zu machen. Damit trage das Niedersächsische Schulgesetz der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen Rechnung.
Es sei „sehr betrüblich“, wenn nur vier von fünf Grundschulen einer Gemeinde mitmachen würden, so Kapell. Start des RIK sei zunächst im Förderbereich „Lernen“. Bereits ab kommendem Schuljahr werde die Hunteschule in Wildeshausen („Förderschule Lernen“) keine Erstklässler mehr aufnehmen.
Als problematisch bezeichnete es Kapell, falls die Eltern den Bereich „Sprache“ in Neerstedt nicht mehr anwählten. „Dann haben wir eine neue Konstellation.“
