Wildeshausen - Die Schaukeln hängen schlaff herunter. Kein Ball fliegt in den Basketballkorb. Dann wird die Stille auf dem Schulhof jäh von einen lauten „klong klong“ unterbrochen. Ein Arbeiter wirft Fußbodenreste in einen Container. Und schon wird klar, dass hier nicht Schülerinnen und Schüler, sondern Handwerker aktiv sind. Die Stadt nutzt die Herbstferien, um die Hunteschule fit zu machen für den Einzug der Kinder aus der St.-Peter-Schule. Der Umzug ist für den Sommer 2021 geplant.
Erst kürzlich hatte das Lehrerkollegium der Grundschule katholischen Bekenntnisses im Gespräch mit unserer Zeitung starke Bedenken geäußert. Befürchtet wird sogar, dass die Schule am neuen Standort ihre beiden Profile Sport und Musik nicht umsetzen kann, weil entsprechende Räume oder Anlagen fehlen. Die derzeit 181 Schülerinnen und Schüler würden ins Gebäude regelrecht „hineingequetscht“, glauben Rektorin Elena Lietzmann und ihre Kolleginnen. Grund genug, sich vor Ort umzusehen.
Caféteria bleibt
Für die Herrichtung der Liegenschaft Hunteschule investiert die Stadt rund 2,8 Millionen Euro. Darin ist auch die „Ablösesumme“ an den Landkreis Oldenburg enthalten. Zudem muss die Stadt Fachunterrichtsräume an die Turnhalle St. Peter anbauen, da die Hunteschüler in die St.-Peter-Schule umziehen.
„In einem ersten Schritt renovieren wir drei Unterrichtsräume und einen Gruppenraum“, erläutert Baudezernent Manfred Meyer in der Hunteschule. Insgesamt gebe es am Standort 14 Klassenräume. Die farbliche Gestaltung sei mit der Schulleitung abgesprochen: helle Wände und beige-farbene Fußböden. Im Erdgeschoss nutzt die Hunteschule derzeit Räume für die Lernförderung und ein „Krankenzimmer“. Hier stemmen Handwerker das Loch für eine Tür in die Wand, damit der Gruppenraum von beiden Seiten aus zugänglich sein wird. Meyer rechnet mit Kosten von rund 320 000 Euro für die erste Modernisierungsphase. Alle Räume erhalten neueste Technik, um später „Whiteboards“ anschließen zu können. Sogar die Spülbecken werden erneuert und für die Grundschüler tiefer angebracht. Dank großer Fensterflächen fällt viel Licht ein.
„Die Caféteria im Erdgeschoss mit der neuen Küchenzeile bleibt“, sagt Daniela Budelmann vom Fachbereich Bau im Stadthaus. Allerdings werde der Eingang verlegt. Im jetzigen Zugang soll ein Fahrstuhl eingebaut werden. „Dahinter wäre dann Platz für einen Abstellraum“, so Meyer.
Mit der größten Maßnahme will die Stadt in den Sommerferien 2020 beginnen: der Neubau eines gut 120 Quadratmeter großen Musik- und Betreuungsraumes im Innenhof. So können auch die Mädchen- und Jungen-Toiletten, die jetzt noch von außen zu erreichen sind, ins Gebäude integriert werden. Der Zugang wird barrierefrei: Eine Rampe ersetzt die drei Treppenstufen. Meyer schätzt die Kosten für den Anbau auf rund eine halbe Million Euro. Nach den Plänen der Stadt soll die Sanierung des ersten Gebäudetrakts im Sommer 2020 abgeschlossen sein.
Ferien gefragt
Erst im Anschluss wollen sich die Fachleute dem Gebäudeteil Richtung Turnhalle widmen. Hier sind unter anderem Lehrerzimmer, Schulleitung und Werkraum untergebracht. Eine Renovierung der in die Jahre gekommenen Sporthalle sei derzeit nicht geplant. Meyer bedankt sich bei der Schulleitung der Hunteschule für die Kooperationsbereitschaft. Denn falls die Handwerker nicht rechtzeitig fertig werden, müssen die Förderschüler zusammenrücken. Bis Sommer 2021 können sie die sanierten Räume nutzen. Dann fährt der Möbelwagen aus der St.-Peter-Straße vor. Der Zeitplan für die Umbauphase sei eng geschnürt. Wie die Schülerinnen und Schüler freut sich auch Baudezernent Meyer auf die Ferien: allerdings für notwendige Sanierungsarbeiten.
