WILDESHAUSEN - Die lange Mängelliste an den Schulen trieb so manchen die Zornesröte ins Gesicht: „Wir können nicht warten, bis die Schulen zusammenfallen“, schmetterte Hartmut Frerichs (SPD) am Donnerstagabend in den Schulausschuss hinein. Notfalls müsse die Stadt Mittel am Kreditmarkt aufnehmen, um rasch Sanierungen durchführen zu können. Auch Ausschussvorsitzender Uwe Leinemann (CDU) wies darauf hin, dass sich das Gremium zunächst mit pädagogischen Konzepten zu befassen habe. Die Etatplanung liege dann beim Haushaltsausschuss.

Konkret ging es unter anderem um den Raumbedarf der Grundschule St. Peter. Architekt Andreas Hauth stellte das Modell eines rund 410 000 Euro teuren Anbaus vor. Dort könnten Musikraum mit Bühne, mobilen Trennwänden, Lernmittelräumen und Toiletten entstehen. Einstimmig, bei zwei Enthaltungen, empfahl der Ausschuss, die ohnehin geplante Sanierung durchzuführen und den Anbau im Zeitraum 2009/2010 durchzusetzen. „Wir müssen für unsere Kinder optimale Lernbedingungen schaffen und den Instandhaltungsstau schnell auflösen“, so Stephan Rollie. Hermann Hitz (UWG) hatte zuvor vergeblich beantragt, kostenintensive Maßnahmen aufgrund des leeren städtischen Säckels von der Tagesordnung zu streichen.

Einig war sich der Ausschuss auch darin, die Erweiterung der Realschulaula um rund 250 Quadratmeter und die Aufstockung dieses Bereiches so schnell wie möglich, am besten noch im kommenden Jahr, anzugehen. „Die Fassade ist Schrott. Keiner weiß, wie lange die noch hält“, so Traute Sandkuhl (Grüne) unter Hinweis auf die matten Scheiben. Es würde sich rächen, nur eine Fassadensanierung ohne Anbau durchzuführen. Allerdings koste die Gesamtmaßnahme 865 000 Euro. In die Mittelfristige Finanzplanung soll die Aufstockung der Realschul-Mensa eingestellt werden. Die Kosten von 975 000 Euro seien derzeit nicht darstellbar.

Auf große Anerkennung stieß bei den Ausschussmitgliedern das akribisch ausgearbeitete pädagogische Konzept der Hauptschule. Diese sollte am bisherigen Standort bleiben, so Ingeborg Jacoby, Vertreterin der Lehrerschaft. „Wir haben viele Jahre darauf verwendet, die Schule so hinzubekommen, dass wir uns hier wohl fühlen“, sagte sie in ihrem leidenschaftlichen Plädoyer. Falls eine neue Hauptschule gebaut werden sollte, reiche eine Zweizügigkeit keinesfalls aus. Der Ausschuss empfahl, das Raumkonzept der Schule im Fall eines Neubaus mit umzusetzen.