WILDESHAUSEN - „Ich habe in der rauen Wirklichkeit gearbeitet“, sagt Renate Overdick mit Blick auf ihren abwechslungsreichen Lebensweg. Ob als „Fräulein vom Amt“ beim Fernmeldeamt Alfeld bei Hannover, der Tätigkeit in einer Holzgroßhandlung oder zuletzt als Fachlehrerin an der Hauptschule Wildeshausen: Schüler wie Lehrer profitierten stets von Overdicks Erfahrungsschatz. Am Mittwoch hatte die 64-jährige Pädagogin ihren letzten Arbeitstag an der Schule und wurde feierlich verabschiedet.

Der Weg führte sie auch noch einmal zur Schülerfirma „Rent a Picture“, am 21. Juni 2006 gegründet. „Das Datum kann ich mir gut merken“, sagte sie, „da hat meine Tochter Nina Geburtstag.“ Hannah Güldner, Geschäftsführerin der Schülerfirma, bedankte sich ebenso wie Mitschülerin Laura Jürgen für die Unterstützung. „Sie haben uns viel beigebracht.“ Oberdick durfte sich ein Bild aussuchen. Schulleiterin Dorit Hielscher sagte, eine Schülerfirma funktioniere nur, wenn jemand dahinter stehe, der immer wieder neu motiviere. „Das ist Frau Overdick meisterhaft gelungen.“ Mittlerweile gehörten mehr als 200 Bilder zum Bestand der Firma; viele Ausstellungen wurden erfolgreich organisiert. Gleichzeitig unterstützt „Rent a Picture“ aus dem Gewinn eine Schule in Uganda. Dort wurde für 300 Euro ein großer Wassertank beschafft, damit die afrikanischen Kinder Wasser in ihrer Schule haben. In Kürze wollen die Wildeshauser die Anschaffung einer Umdruckmaschine unterstützen. Die Idee der Schülerfirma habe

die Hauptschule insgesamt vorangebracht, lobte Hielscher. Hier trete Lehrer Klaus Bark in die Fußstapfen Overdicks.

Die Pädagogin, die am Mittwoch auch im Lehrerkollegium verabschiedet wurde, will sich künfitg stärker ihrem Hobby, der Schmuckherstellung, widmen. Schule will sie weiterhin mitgestalten: „Ich bleibe im Schulausschuss des Kreises“, betonte Overdick.