WILDESHAUSEN - Bei Flachdächern werde eher selten ein Richtfest gefeiert. „Aber das hier ist schon ein besonderes Gebäude“, wusste auch Zimmermann Maik Geerken von der Wildeshauser Firma Dekker, als er den Richtspruch hielt. „An diesem Bau kein Nagel und keine Schrauben fehlen“, rief der 27-jährige Handwerker, als das Glas splitterte.

Gemeinsam mit Vertretern aus Lehrer-, Eltern- und Schülerschaft, Handwerkern und Kreistagsabgeordneten feierte der Landkreis am Freitag Richtfest beim neuen Musiktrakt am Gymnasium Wildeshausen. Von einer „Investition in die Zukunft“ sprach Landrat Frank Eger. Mehrfach habe er Architektin Christiane Grüter vom Planungsbüro Grüter & Rolwes mit Änderungen „malträtiert“. Zahlreiche Anregungen aus der Lehrerschaft, darunter mobile Trennwände, seien aufgegriffen worden.

Das rund zwei Millionen Euro teure, eingeschossige Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von etwa 830 Quadratmetern ist für drei Fachunterrichtsräume Musik und drei allgemeine Unterrichtsräume ausgelegt. Die Kapazität reicht für 180 Schüler. Klassenräume und Foyer sind durch mobile Wände getrennt und können im Bedarfsfall zu einem großen Raum für Konzerte zusammengelegt werden. Die Fertigstellung sei für Mai geplant, könne sich aber durch die Frostperiode leicht verzögern.

„Mit dem Bau gehen lang gehegte Träume in Erfüllung“, sagte Bürgermeister Dr. Kian Shahidi. Als ehemaliger Schüler des Gymnasiums habe er die unzureichenden Bedingungen für den Musikunterricht und „Schlagzeug-Attacken aus dem Nebenraum“ noch in Erinnerung.

„Wir werden den Bau mit noch mehr Leben füllen“, sicherte Schulleiter Ralf Schirakowski zu. Das Gymnasium nehme eine gute Entwicklung. Daran habe auch Ex-Bürgermeister Franz Duin, der unter den Gästen weilte, seinen Anteil. Mit Kreativität und Phantasie seien manche Probleme während der Bauphase gelöst worden, berichtete Schirakowski sogar von Stromausfällen. Sein Dank ging an das engagierte Kollegium, insbesondere seinen „Bauminister“, den stellvertretenden Schulleiter Wolfgang Däubler. Von ihm habe er manchmal den Eindruck, dieser wolle noch die Krawatte mit dem Blaumann tauschen.

Für den musikalischen Rahmen sorgte das Streichorchester von Gymnasium und Musikschule, geleitet von Heidi Bovensmann und Werner Stommel, das Beethovens „Ode an die Freude“ sowie den „Mückentanz“ spielte. Nicht nur Eger hoffte nach dieser Ouvertüre vor dem Einzug auf weitere „schöne Töne“ aus dem Musiktrakt.