WILDESHAUSEN - „So früh hatten wir gar nicht damit gerechnet“, sagte Berthold Seidel, Geschäftsführer und Schulleiter der Privatschule Gut Spascher Sand. Rückwirkend zum 1. Februar erhielt die Schule von Niedersächsichen Kultusministerium den Status als „staatlich anerkannte Ersatzschule“. Damit genieße die Gesamtschule die gleiche Anerkennung wie eine öffentliche Schule und erhalte entsprechende Zuschüsse.
In der letzten Januarwoche waren Vertreter der Landesschulbehörde auf dem Campus der Wildeshauser Privatschule. Sie informierten sich unter anderem über das Curriculum, die Wahlprofile und die „Farmschool“. Auf dem kleinen Bauernhof der Schule werden die Kinder der 7. und 8. Klassen – angelehnt an eine Idee Maria Montessoris – verstärkt an praktische Aufgaben herangeführt. Schwerpunktmäßig geht es dabei um projektorientierten Unterricht und Arbeiten zu den Themen Ernährung, Agrarwirtschaft und Tierhaltung. In diesem Zuge werden auch ökonomische Grundlagen erarbeitet, die sich an konkreten Beispielen von der Aussaat, Pflege, Ernte, Lagerung und Vertrieb von Agrarprodukten anschaulich vermitteln lassen.
Seidel meinte, das Gütesiegel aus Hannover belege, dass man sich mit dem pädagogischen Konzept Vertrauen erwirtschaftet habe. „Die Schule ist erwachsen geworden.“ Mit der staatlichen Anerkennung dürfe Spascher Sand nun auch Referendare ausbilden, erklärte Seidel, der auch mehrjährige Erfahrung in der Ausbildung von Schulleitern sowie als Assessor des europäisches Managementsystems EFQM mitbringt. Die Kinder erreichen auf Spasche Abschlüsse wie in jeder staatlichen Regelschule, um sich anschließend um Ausbildungs- oder Studienplätze bewerben zu können.
Die ältesten Schüler auf Spascher Sand werden derzeit in Klasse 8 unterrichtet. Sie haben kürzlich ein komplett saniertes Schulgebäude, einst Materiallager der Bundeswehr-Standortverwaltung, bezogen. Im ersten und zweiten Stockwerk sind die Räume für Naturwissenschaften sowie Gruppenarbeitsräume auf modernem Niveau eingerichtet worden. Seidel: „Insgesamt 40 Schülerinnen und Schüler werden hier in zwei 8. Klassen unterrichtet.“
Im Erdgeschoss laufen derzeit die Arbeiten für eine neue Mensa und die Bibliothek auf Hochtouren. „Wir haben insgesamt acht Tonnen Bücher geerbt“, berichtet Seidel von zum Teil recht seltenen Exponaten eines ungenannten Spenders. Die Werke werden derzeit katalogisiert. Zugleich entstehe ein „Handapparat“ für die Recherche. „So können wir fast wie an der Uni arbeiten“, meint Seidel.
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