WILDESHAUSEN - Zurzeit sind 23 Jugendliche aus Spanien als Austauschschüler in Wildeshausen. Im historischen Rathaus übten sich die spanischen Gäste gestern in mittelalterlichen Handwerksberufen.
Von Carsten bickschlag
WILDESHAUSEN - Meisterlich gaben sich gestern 23 Austauschschüler aus Madrid im historischen Rathaus in Wildeshausen. Sie trugen – mit Joch und Holzschuhen bestückt – Wassereimer durch den Saal, töpferten aus Lehm die schmucke Vorderfront des alten Rathauses, schusterten auf den Leisten und schossen mit der Armbrust.Mit viel Spaß erbrachten die spanischen Schüler, die sich zurzeit im Austausch mit dem Gymnasium Wildeshausen befinden, die erforderlichen Leistungen für den „Wildeshauser Meisterbrief“. Die „Meisterprüfung“ wird vom Verkehrsverein angeboten und soll an die mittelalterliche Vergangenheit der Stadt Wildeshausen erinnern.
Das Wildeshausen und die umliegende Region der Gegenwart entdecken die Austauschschüler noch bis Freitag. Bis dahin erwartet die Gruppe im Alter von 15 bis 17 Jahren ein umfangreiches Programm, das von den Gymnasiallehrerinnen Ina Franz und Irene Lückert organisiert wurde. Die Bremer Eissporthalle wurde schon besucht, heute geht es auf eine Boßeltour und morgen wird das Museumsdorf in Cloppenburg besichtigt.
Bevor sich die spanischen Schüler gestern im Rathaussaal mit den historischen Bräuchen vertraut machten, begrüßte Bürgermeister Franz Duin die iberischen Gäste im Namen der Stadt Wildeshausen. „Ihr seid als Fremde in unsere Stadt gekommen und geht als Freunde“, sagte Duin. „Das ist gelebtes Europa.“
Vor allem sprachliche Weiterbildung sei in der heutigen Zeit von hoher Bedeutung. Daher freute sich Duin, dass die Jugendlichen die deutsche Sprachkultur kennenlernen. „Es ist sehr wichtig, dass junge Menschen zu uns kommen – und umgekehrt“, sagte der Bürgermeister und verwies auf das „Comenius“-Projekt des Gymnasiums. „Ihr seid unsere Zukunft in einem gemeinsamen und friedlichen Europa.“
Er dankte den Lehrern und Gastfamilien für die Unterstützung und wünschte den Spaniern eine schöne Zeit in Wildeshausen. „An die Kälte werdet ihr euch auch gewöhnen“, fügte Franz Duin hinzu.
