WILDESHAUSEN - Die Stadt Wildeshausen will die Integration der hier lebenden irakischen Kinder und ihrer Familien vorantreiben. Einstimmig erteilte der Schulausschuss am Donnerstagabend der Verwaltung einen Prüfauftrag, damit eine Vollzeitstelle für eine Fachkraft eingerichtet werden kann, die neben ihrer Dolmetschertätigkeit auch pädagogische und erzieherische Arbeit an den Schulen in Trägerschaft der Stadt leisten soll. Lösungsmöglichkeiten sollen bereits in der Sitzung des Verwaltungsausschusses am kommenden Donnerstag, 26. August, aufgezeigt werden.
Mit Muri Mirsa steht bislang allein der Grundschule Wallschule eine Fachkraft für Übersetzertätigkeiten zur Verfügung. Ihr Arbeitsverhältnis mit dem Land Niedersachsen endet aber zum Monatsende. Zudem sei eine Aufstockung der Stundenzahl dringend erforderlich. „Wenn die Dolmetschertätigkeit nicht ausgebaut wird, können wir die Integration nicht schaffen“, appellierte Roswitha Remmert, Leiterin der Wallschule, an die Ausschussmitglieder. Die Tätigkeit sei ungemein wertvoll, um eine Brücke zwischen Schule und Familien zu schlagen. Gerade bei den Gesprächen mit den Eltern gebe es immer wieder Verständigungsprobleme. Remmert plädierte dafür, dass die Fachkraft bei der Stadt angestellt werde, damit sie allen betroffenen Schulen zur Verfügung stehe. Die Wallschule mit ihren zahlreichen Migranten habe einen Bedarf von etwa 20 Stunden pro Woche.
Auch die Vertreterinnen der übrigen Schulen wiesen auf den Bedarf hin. „Wir brauchen unbedingt jemanden für unsere Sprachlernklasse“, betonte Dorit Hielscher, die Leiterin der Hauptschule. Für Kontinuität sprach sich Hannelore Hunter-Roßmann aus. Sie hatte für die SPD den Antrag auf die Tagesordnung gebracht. Lars Kosten (FDP) und Stephan Rollié (CDU) wiesen darauf hin, dass eigentlich das Land für eine optimale Personalausstattung zuständig sei. Man werde die Schulen aber nicht mit dem Problem allein lassen. Einstimmig sprach sich der Ausschuss für eine Weiterbeschäftigung und Ausweitung der bestehenden Stelle aus. Dazu soll die Verwaltung bis Donnerstag Lösungswege aufzeigen.
Gemeinsam hatten Schulausschuss sowie der Bau- und Umweltausschuss mit den Vertretern der Verwaltung und Gästen aus Dötlingen zuvor die Haupt- und die Realschule besichtigt. Beeindruckt zeigten sich die Vertreter von den renovierten Werk- und Textilräumen sowie der neuen Lehrküche in der Hauptschule. Der Werkraum sei nach 30 Jahren erstmals renoviert worden, berichtete Konrektor Bernard Werner. Noch nicht abgeschlossen ist die Sanierung jener Räume, die mit dem gesundheitsgefährdenden Stoff PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) belastet sind. Hier soll das weitere Gutachten abgewartet werden (dieNWZ
berichtete); bis dahin wird improvisiert. „Der Chemieraum dient derzeit als Lager für Bälle und Klavier“, verriet Hielscher.Die Schulleitung nutzte die Gelegenheit, um für die Sanierung des Biologieraums und der zweiten Lehrküche zu werben. Dringend benötigt würden Besprechungsräume im Verwaltungstrakt sowie Gruppenräume.
