WILDESHAUSEN - „Ich habe alles erfahren, was ich wissen wollte“, zeigt sich Hoang Nguyen zufrieden. Der 18-jährige Schüler der Fachoberschule Sozialpädagogik an den Berufsbildenden Schulen (BBS) Wildeshausen hat gerade an einem simuliertem Beratungsgespräch des „Kinderschutzzentrums“ teilgenommen. Seine Mitschülerinnen Rebekka Diense (22), Kira Burdorf (18), Gina Stubbemann (17) und Saskia Schreiber (19) stellten die pädagogische Arbeit vor.

Zum Abschluss der zweijährigen Fachoberschule setzten sich die 26 Schüler unter Leitung ihrer Klassenlehrerin Christiane Keßler in einem Projekt mit verschiedenen Problemlagen von Kindern und Jugendlichen auseinander und erkundeten sozialpädagogische Handlungsfelder. „Die Projektarbeit zählt wie zwei Klausuren“, erzählt die Wildeshauserin Rebekka Diense. In Teamarbeit wurden verschiedene Fachstellen und Institutionen besucht, darunter „Wildwasser“, „Donum Vitae“, das Jugendamt des Landkreises Oldenburg oder gar der Jugendstrafvollzug in Bremen. Es wurden Befragungen durchgeführt und ausgewertet, Filme gedreht oder Rollenspiele erarbeitet. „Die Projektarbeit hat uns gute Einblicke in die Welt der Sozialpädagogen gewährt“, zeigt sich auch Schülerin Kira Burdorf zufrieden.

Alle Arbeitsprozesse mussten dokumentiert werden. Für die Schulmediothek erstellten die Jugendlichen Infomappen. Präsentiert wurden die Ergebnisse der monatelangen Projektphase nicht nur vor Mitschülern und Fachlehrern, sondern auch vor externen Gästen. So habe beispielsweise Diplom-Pädagogin Petra Klarmann vom Kinderschutzzentrum Oldenburg den Vortrag über ihr Haus verfolgt und später bewertet. Auch Jugendliche aus der Suchtklinik in Ahlhorn seien in die Diskussionsrunde einbezogen worden. Diese hätten erstmals in dieser Form Gelegenheit gehabt, ein derartiges Publikum mit ihren Problemen zu konfrontieren, berichtete Keßler. Damit möglichst viele Schüler von der Arbeit in den Projektgruppen profitieren, wurden am Donnerstag noch einmal in der Mediothek Info-Tische für simulierte Beratungsgespräche bereitgestellt.

Es ist der erste Jahrgang, der im Sommer die Fachoberschule Sozialpädagogik verlässt. Viele fühlen sich in ihrer Berufswahl bestärkt: „Mein Ziel ist es, Sozialpädagogik zu studieren“, sagt Hoang Nguyen, „vielleicht in Vechta oder Oldenburg.“ Und Rebekka Diense will später gern künstlerische Elemente in ihre pädagogische Arbeit integrieren.