WILDESHAUSEN/BRETTORF - FDP-Ortstermin in Brettorf: Die Kreistagsfraktion der Liberalen informierte sich am Freitag im „Außerschulischen Lernort Huntewerft“ über die dortige Arbeit mit Jugendlichen. „Wenn die Schüler nicht mehr in die Regelschule gehen, können wir sie hier auffangen“, begrüßte der Leiter des Bootsbauprogramms, Christoph Essing, die sieben Kreistagsabgeordneten.
Die Huntewerft kümmert sich bereits seit Sommer 2006 um Schüler zwischen zwölf und 18 Jahren, die die Schule verweigern. Die Jugendlichen arbeiten bis zu mehreren Monaten auf der Werft und sollen so in einen geregelten Tagesablauf und schließlich in die reguläre Schule zurückfinden. Initiiert worden war die Werft von Thomas Trüper, Schulleiter der Wildeshauser Hunteschule, und Holger Wessels, Vorstand des Europa-Zentrums Nordwest e.V. und Geschäftsführer der Viasol GmbH. Die Gesellschaft widmet sich in verschiedenen Maßnahmen auch der Integration und Beschäftigung von Jugendlichen. Dazu gehören auch Schulverweigerer.
In der Huntewerft in Brettorf liegen zurzeit vier Boote, an denen die Jugendlichen arbeiten – zum Beispiel Masten schleifen oder Planken vernieten. Dazu kommt Unterricht in den klassischen Fächern wie Mathe oder Deutsch – allerdings projektbezogen und individuell angepasst an die Bedürfnisse der Schüler, so Trüper. „Diejenigen, die komplett verweigern, für die ist sowas genau das Richtige“, fand Ursula Biehler von „Die 2. Chance“, ein Projekt der Viasol GmbH, das Schüler in die Huntewerft schickt. „Manche sind so ,durch’ mit der Schule, dass man gar keinen Zugang mehr hat. Da muss man übers Praktische gehen.“
Die Liberalen, mit dabei Landtagsfraktionsvorsitzender Christian Dürr, zeigten sich interessiert an der Arbeit der Huntewerft. Worin die Kooperation mit der Hunteschule bestehen würde, wollten sie wissen. Zwei Lehrkräfte würden zehn Stunde pro Woche an der Huntewerft unterrichten, antwortete Trüper. Unter den betreuten Jugendlichen würde man Schüler aller Schulen und Schulformen finden, beantworte Biehler eine weitere Frage. Nur Grundschüler und Gymnasiasten seien nicht im Profil erfasst. Zudem werde die Zeit in der Huntewerft als Schulzeit anerkannt – dadurch müsse niemand ein zusätzliches Schuljahr absolvieren.
