WILDESHAUSEN/DÖTLINGEN - Ob „Wir Kinder aus Bullerbü“, „Pippi Langstrumpf“, „Ronja Räubertochter“ oder „Karlsson vom Dach“: Die Abenteuer aus der Feder von Kinderbuchautorin Astrid Lindgren fesseln auch heute noch Jung und Alt gleichermaßen. Anlass genug für die ARD, anlässlich des 100. Geburtstags der schwedischen Schriftstellerin am Freitagabend eine Radionacht unter dem Motto „Auf nach Taka-Tuka-Land!“ auszustrahlen. Bundesweit erlebten rund 220 000 Schülerinnen und Schüler die Radionacht live mit. Auch die St.-Peter- Schule in Wildeshausen sowie die Grundschule Dötlingen beteiligten sich mit jeweils zwei Klassen an der Astrid-Lindgren-Nacht.

Bettfertig in ihre Schlafsäcke eingemummelt hatten sich die 43 Mädchen und Jungen der Klassen 3a und 3b der St.-Peter-Schule, wobei sie ihr Quartier allerdings in der Aula der Holbeinschule bezogen hatten. Unter der Leitung von Lisa Glander und Heike Stahl warteten die Schülerinnen und Schüler gespannt auf den Beginn der Radio-Lesenacht.

Phil Prochnow (3b) konnte es gar nicht abwarten. In der verdunkelten Aula hatte er seine Taschenlampe angeschaltet und las. „Zu Hause habe ich vier Astrid-Lindgren-Bücher. Zum Geburtstag wünsch ich mir noch ein fünftes“, sagte der Steppke und widmete sich wieder seinem Literaturstudium.

Bis zum Morgen konnte, wer wollte, den Abenteuern Lindgrens folgen – bis Eltern und Geschwister kamen, um nach einem gemeinsamen Frühstück allesamt wieder nach Hause aufzubrechen.

Zwei Wochen lang war das Thema zuvor im Unterricht bearbeitet worden. Und am Dienstag, 29. November, besuchen die Schüler nun noch die Kinderbuchmesse in Oldenburg sowie auch die Aufführung „Ronja Räubertochter“ im Oldenburgischen Staatstheater.

Ähnlich sah es in Dötlingen aus. Dort waren die Klassen 4a und 4b eine Woche zuvor im Unterricht mit dem Lindgren-Thema vertraut gemacht worden. Nach einer ersten Hörphase konnte die Klasse von Heidi Dittschar (4a) eine eineinhalbstündige Lesephase einlegen. Später stand auch noch ein Teil des Films „Ronja Räubertochter“ auf dem Programm, bis schließlich Nachtruhe im Klassenraum angesagt war – auf Luftmatratzen.

Derweil beschäftigte sich die Klasse von Lehrerin Marion Wilkening mit den Kinderabenteuergeschichten Lindgrens. Die Klasse hatte sogar einen „Fachmann“ in ihrer Runde: Liam Lübben, Sohn der Pastorenfamilie Lübben, kannte sich aus. Seine Mutter stammt aus Schweden, und er kennt nicht nur die Landessprache Lindgrens, sondern auch viele Aufführungen rund um die Geschichten der Autorin an den entsprechenden Schauplätzen.

Am Ende hieß es auch für die Dötlinger „gute Nacht“ sagen. Und am Morgen überraschten die Lehrerinnen ihre Schüler mit frischen Brötchen und einem gesunden Frühstück, ehe es heim ging.