Wildeshausen - Eigentlich findet man bei ihnen kaum Gemeinsamkeiten, denn sie wohnen heute in Oldenburg, Bremen, Hamburg, Göttingen, Hessen und sogar in der Schweiz. Sie arbeiten als Forensischer Berater, Pressereferent, Sozialpädagoge, Steuerberater oder Krimiautorin – und doch haben sie alle eins gemeinsam: Sie sind die ersten Abiturienten des Gymnasiums Wildeshausen.

1978 bestanden sie ihre Prüfungen, damals noch in den Klassen 13 a, b, c und mit allen Schulfächern, 40 Jahre später – am vergangenen Samstag im „Alten Amtshaus“ – gab es das „große Wiedersehen“. Alle 43 Schüler des ersten Abiturjahrgangs hatten ihre Prüfungen damals bestanden – 30 von ihnen ließen die damalige Schulzeit noch einmal Revue passieren.

Im Schuljahr 1971/72 war der Schulbetrieb des Gymnasiums mit je zwei 5. und 7. Klassen in den Räumen der Real- und Berufsschule aufgenommen worden. Der Unterricht am jetzigen Gymnasium an der Humboldtstraße begann zum Schuljahr 1972/73.

„Mit unserer Entlassungsfeier wurde damals auch das Forum in Betrieb genommen“, erinnerte sich Carsten Mielke. Nach der offiziellen Verabschiedung wurde noch kräftig gefeiert. „Wir haben mit acht bis zehn Leuten recht kurzfristig eine Party aus dem Boden gestampft“, berichtete er. Eine Kapelle wurde zum Veranstaltungsort gelotst, eine Sektbar aufgebaut – und dann Eltern, Schüler und Bekannte eingeladen. „Die Feier ging bis zum Morgengrauen“, verriet Mielke. Gegen 6 Uhr seien dann viele noch gemeinsam durch Wildeshausen gezogen. „Wir haben sogar 300 D-Mark verdient.Das Geld haben wir dann an alle gerecht verteilt.“

Die Vorbereitungen für das Treffen am Samstag starteten im November. Mit Reiner Hartmann, Johannes Eylers, Doris Bramlage und Carsten Mielke gab es aus jeder der damaligen Klassen mindestens einen Vertreter, der sich an der Organisation beteiligte. „Es ist unser insgesamt viertes Treffen“, sagte Mielke. Bereits nach 10, 25 und 35 Jahren sei man zusammengekommen. Nachdem sich die drei Klassen am Samstagnachmittag unter sich getroffen hatten, kamen sie zu einem gemeinsamen Abendessen noch einmal alle zusammen.

„Einige hat man nach 40 Jahren zum ersten Mal wiedergesehen und nicht mehr erkannt“, gestand Mielke. Die Gestik und Mimik habe sich bei vielen aber nicht verändert. Bei einer Diashow mit Bildern aus dem Abiturjahrgang wurden sich im Laufe des Abends noch einmal einige Geschichte erzählt. Darunter auch die Dümmertour. „Es hat tierisch geregnet, wir waren alle komplett nass. Die Bundeswehr hat uns dann wasserdichte Zelte und Verpflegung organisiert“, erzählte Angelika Jansen.

Interessiert lauschte auch Dr. Gerhart Mayer den Erzählungen. Von der Gründung des Gymnasiums 1971 bis ins Jahr 1999 leitete er die Geschicke als Schulleiter. Gemeinsam mit den beiden Lehrern Carsten Bruhns und Dr. Norman Lewis freute er sich, den ehemaligen Abiturjahrgang wiederzusehen. „Die meisten erkenne ich noch vom Gesicht, bei den anderen helfen mir die Namen auf die Sprünge“, erzählte der Wildeshauser. Damals sei er jedes Schuljahr mindestens einmal in den verschiedenen Klassen gewesen – heute helfe ihm das beim Wiedererkennen. Mayer: „Bei 600 bis 700 Schülern ging das noch, heute ist das wohl kaum mehr möglich.“