WILDESHAUSEN - Das Bild, das Landrat Frank Eger wählte, passt: „Sie waren behütete Goldfische in einem Becken. Ein böser Raubfisch war meistens nicht dabei“, rief er den 81 Abiturientinnen und Abiturienten zu, die am Sonnabend im Forum des Schulzentrums ihre Abschlusszeugnisse erhielten. „Sie schwimmen jetzt in den großen See. Dort gibt es Strömungen und rauen Seegang“, sagte Eger in Anspielung darauf, dass sich das Leben verändern wird.

Metaphorisch äußerte sich auch Schulleiter Ralf Schirakowski, der die Entlassungsfeier nutzte, um das Bild gerade zu rücken, das die Abiturienten bei ihrem Abi-Streich gezeichnet hatten. Dort hatten sie ihre Schulzeit als Hölle dargestellt und ihrem Abschluss das Motto „Ein teuflischer Jahrgang“ gegeben. Dieses Motto bekräftigten Anna Poppen und Kai Butzelar in der Abiturientenrede.

„Ich habe den leisen Verdacht, dass dieses klare Weltbild nicht ihrer eigentlichen Sicht der Dinge entspricht“, sagte der Schulleiter und setzte die Schulzeit nicht mit einer Höllenfahrt, sondern dem Paradies gleich. Schirakowski lieferte auch gleich den Grund: „Wie sonst ist es zu erklären, dass einige von Ihnen diese Höllenfahrt verlängert haben?“ Überdies spreche das außerordentliche Engagement, das oft auf die Schule zentriert war, für die Paradies-Assoziation.

Zudem erreichte der „Abi-Jahrgang 007“ einen Notendurchschnitt von 2,6: „Das gab es schon lange nicht mehr.“ Auch jenseits der Noten habe sich der Jahrgang Anerkennung verdient, lobte der Schulleiter.

Tutorin Jutta Linne-Quentin erinnerte unterdessen an modische Ausfälle wie Manta-Hosen („tiefergelegt und allen Gesetzen der Schwerkraft zum Trotz“), Tops, die erheblichen Fliehkräften ausgesetzt waren, und einen postmodernen Erich-Honecker-Hut. Tutor Ulrich Imig ging derweil auf tradierte Geschlechterrollen ein: „Der Jahrgang hat gute Schnitte. Aber der Jahrgang hat auch höllisch gute Schnitten.“ Zudem bestand der Jahrgang aus feinen Kerlen, aber ein „He-Man“ war nicht ohne Migrationshintergrund zu bekommen. Jonas Hjortskov, der das beste Abitur ablegte (siehe Info-Kasten), wurde deshalb als „dänischer Halbblutprinz, der den Vogel abgeschossen hat“, bezeichnet.