WILDESHAUSEN - Ich war schon bei der Judo-Vorführung und auf der Hüpfburg“, erzählt der neunjährige Marco. Gerade hängt er knallbuntes Bild, das auf einer Drehscheibe namens „Picassos Alptraum“ entstanden ist, auf eine Wäscheleine. Viel Zeit hat der Steppke nicht. „Hier ist richtig was los“, sagt er und rennt mit seinem Freund Marco (9) an den nächsten Stand. So ging es den meisten Gästen am Sonnabend beim Herbstfest in der Hunteschule: Für jeden war etwas dabei.
„Wir haben uns bei der Vorbereitung viel Mühe gegeben“, dankte Schulleiter Thomas Trüper bei der offiziellen Eröffnung in der Aula dem Organisationsteam für ihr Engagement. Wildeshausens stellvertretender Bürgermeister Uwe Leinemann meinte, er wolle die Feiern der Hunteschule nicht missen. „Die Schule ist mitten in der Stadt und nimmt am Leben teil.“ Leinemann wies besonders auf die Kooperation der Förderschule Lernen mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) hin. Das „Wildeshauser Modell“ sei landesweit das beste. Axel Lindemann vom Amt für Schule und Struktur im Kreishaus sagte, der Landkreis als Schulträger sei stolz auf das Leben in der Hunteschule.
Hüpfburg mit Kuhkopf
In der Tat: Das Programm mit insgesamt 38 Stationen ließ nichts vermissen. Los gings mit einer Vorführung der Primarklassen unter Leitung von Christina Legowski. Sie bauten eine menschliche Pyramide. Regelmäßig gab es Judo-Vorführungen des SC Wildeshausen, Teakwon-Do mit dem VfL Wittekind und Aikido in der Sporthalle. Bernd Zerhusen erläuterte die Szenen. Auf dem Schulhof bot Erika Lux Ponyreiten an. Die BBS-Schülerfirma Metallic stellte ihre Produkte, darunter ein Gestell für „Sibirische Holzöfen“, vor. Lehrerin Ingrid Berghaus buk darauf leckere Kartoffelpuffer mit Apfelmus. „Demnächst ist ein weiteres Umweltprojekt mit der BBS und Holger Adomat geplant“, verriet sie.
Eine riesige Hüpfburg mit einem Kuhkopf hatte die AWO-Jugend aufgebaut. Zudem bot sie Spiele wie Kullerbahn, Jakkolo oder Rollenrutsche auf dem Schulhof an. Ein Floh- und Kunsthandwerkermarkt lockte in die Pausenhalle und das Obergeschoss der Schule. Wilma Geest stellte ihre handgenähten Teddys aus. Gleich nebenan war Keramikkunst von Sylvia Glinka zu bewundern. Eine Vogeltränke mit kunstvollem Mosaik gabs bereits für 7 Euro. Wenige Meter weiter verkaufte Kevin (13) seine alten Werder-Trikots mit Original-Autogrammen. Beim Schal ließ er mit sich handeln: 2,50 Euro. Angie Reinbold bot Acrylbilder an. „Von jedem Bild, das ich verkaufe, geht eine kleine Spende an den VfL Wittekind“, versprach die Wildeshauserin.
Verblüffende Experimente
Natürlich gewährte die Schule auch Einblicke in den pädagogischen Alltag: Sebastian Fuchs und Adina Müller machten mit jungen wie älteren Besuchern verblüffende Experimente. So steckte ein Löffel in einem mit Reis gefüllten Erlenmeyerkolben fest.
Wem der Magen knurrte, hatte die Qual der Wahl: David und Marcel von der Schülerfirma verkauften Hotdogs. Der Förderverein bot Kaffee und Kuchen in der Caféteria an. Und Lehrerin Wiebke Holz hatte mit ihrem Schülerteam bereits nach zwei Stunden mehr als 100 Waffeln mit Vanille verkauft. Auch den Bananen-Milchshake musste man unbedingt probieren.
Die Atmosphäre begeisterte Besucher wie Aussteller: Eva Schröder aus Delmenhorst, die vom Topflappen bis zur Jacke modische Strickereien verkaufte, sang beim Stricken lautstark Volkslieder.
