WILDESHAUSEN - „Wichtig ist, dass möglichst viele Betroffene im Landkreis von diesem Angebot profitieren können“, sagt Catharina Hübner. Am Dienstag wurde sie in der Villa Knagge in Wildeshausen als neue Leiterin des Kinderschutzzentrums (KSZ) Oldenburg vorgestellt.
Seit einem Jahr gibt es die Sprechstunden des Kinderschutzzentrums im Haus an der Ahlhorner Straße 10. Für viele Ratsuchende sei der Weg nach Oldenburg zu weit gewesen, so Psychotherapeutin Petra Klarmann. Nach Terminvergabe berät und hilft sie in Fällen von Misshandlung, Vernachlässigung sowie sexueller und häuslicher Gewalt und ist dafür alle zwei Wochen für zwei Stunden in Wildeshausen präsent.
„Das Angebot wird gut angenommen. Es bleibt auf jeden Fall bestehen. Wünschenswert wäre, dass es sogar weiter ausgebaut werden könnte“, so Kreis-Jugendamtsleiter Robert Wittkowski. Beratung für Kinder, Jugendliche, Eltern und Betreuungspersonen, Fortbildungen in Kindertagesstätten, Fachberatungen für Pädagogen sowie die Präventionsarbeit an Schulen gehören zu den Tätigkeitsfeldern des KSZ. Das Problem der sexuellen Gewalt nehme dabei den Tätigkeitsschwerpunkt ein.
Die Einrichtung verzeichnet in diesem Jahr 30 Neuanmeldungen aus dem Landkreis, davon 16 Klienten (Betroffene) sowie 14 Fachberatungen, wie Hübner berichtete. Die 46-jährige Diplom-Psychologin sammelte bereits im Jugendzentrum Wildeshausen Erfahrungen im Bereich Kinder- und Jugendarbeit. Sie ist systemische Therapeutin und Supervisorin und arbeitete in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Zu erreichen ist sie in der Hauptstelle des KSZ in Oldenburg.
Für die Zukunft wünschen sich die Mitarbeiter des KSZ, dass das Beratungsangebot in Wildeshausen ausgeweitet werden kann. „Am besten wöchentlich, dann mit zwei Beratern, auch einem männlichen“, meint Petra Klarmann. Der Landkreis unterstützt das KSZ mit rund 14 000 Euro im Jahr. Terminabsprachen für Wildeshausen sind unter 0441/17788 möglich.
