WILDESHAUSEN - Privatschulen ermöglichen Chance auf Bildung. Nokhukanya Shabalala reist durch ganz Europa.

von karsten bandlow

WILDESHAUSEN - Die Mädchen und Jungen der 6. Klassen wollen vieles wissen. Welche Sportarten betreibt ihr? Was steht auf dem Speisenplan? Gibt es besondere Kursangebote? Wie oft habt ihr Ferien? Wie feiert ihr Weihnachten? Das sind nur einige der Fragen, die Nokhukanya Shabalala (21) gestern im Wildeshauser Gymnasium beantworten muss. Die junge Frau kommt aus Südafrika und reist zurzeit durch Europa, um aus ihrer Heimat und über ihre Schule zu berichten. Nokhukanya Shabalala ist Botschafterin des Themba-Trust, einer Vereinigung, die in Dirkiesdorp im Osten Südafrikas zwei Privatschulen betreibt. Das Wildeshauser Gymnasium hat für zwei Schüler dieser Oberschulen Patenschaften übernommen und finanziert deren Ausbildung mit 720 Euro im Jahr.

Damit die Paten wissen, was die Hilfe in ihrem Land bewirkt, hat sich die junge Afrikanerin aufgemacht, um die Arbeit der Schulen vorzustellen und eventuell weitere Förderer zu gewinnen. Seit Juli ist sie unterwegs, und in dieser Zeit hat sie auch schon einige Brocken Deutsch gelernt, die sie charmant in ihren Vortrag einbindet. Was nicht auf Deutsch geht, erzählt sie in Englisch, das Sabine Peschke-Buck übersetzt, die zusammen mit Birgit Caspers die Patenschaften am Gymnasium betreut. Während ihres Aufenthaltes in Wildeshausen wohnt der Gast aus Südafrika bei Gudrun Michler, die als ehemalige Konrektorin an der Orientierungsstufe die Zusammenarbeit mit dem Themba-Trust verantwortlich begleitet hat.

Die Oberschule für Jungen in Dirkiesdorp gibt es seit 21 Jahren, die für Mädchen seit elf Jahren. Begründer war der weiße südafrikanische Missionar Stillfried Niebuhr, dessen Vorfahren aus Norddeutschland stammen. In den beiden Internaten erhalten junge Menschen vom Land und aus teilweise ärmsten Verhältnissen eine Chance auf Bildung. Sie können dort das Abitur und damit die Möglichkeit zum Studium erreichen oder auch eine eher praxisorientierte Ausbildung erhalten, um dem Kreislauf von Armut und Arbeitslosigkeit zu entkommen.

Die ehemalige Schulsprecherin Nokhukanya Shabalala berichtet, dass die Schulen mittlerweile so erfolgreich arbeiten, dass der Andrang von Schülern sie aus allen Nähten platzen lässt. Sie müssen daher dringend ausgebaut werden. Und dafür ist weitere Unterstützung nötig.