Wildeshausen - Kenan Matar lächelt zufrieden, während er von seinen Zukunftsplänen erzählt. Seit September macht er eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker bei der Firma Neumann in Wildeshausen, erzählt der 18-Jährige. Er wolle gerne hier bleiben in Deutschland, und vielleicht sogar studieren. Der Syrer ist ein Beispiel dafür, dass die „Begleitung von Flüchtlingen in den Arbeitsprozess“ funktioniert – so heißt das Projekt, in das er involviert ist.
Angestoßen durch den Rotary Club Wildeshausen, war vor mehr als einem Jahr die Idee entstanden, Flüchtlinge in eine Ausbildung, einen Beruf oder in ein Praktikum zu bringen. Gestartet wurde mit einer Pilotgruppe aus Syrern im DRK-Mehrgenerationenhaus, berichtet Dieter Brüggmann, Rotarier und „Misch mit“-Vorsitzender.
Der Rotary Club nutzte sein Netzwerk und holte die Freiwilligenagentur Misch mit, die Oldenburgische Landesbank (OLB) sowie den Landkreis Oldenburg mit ins Boot. Der Landkreis stellt am Mühlendamm kostenlos Räume zur Verfügung. Mithilfe einer Fördersumme von 2500 Euro hilft die OLB, eine zusätzliche Zehn-Stunden-Stelle für „Misch mit“-Beraterin Irma Hamann zu finanzieren. Auch Spenden sind jederzeit willkommen.
Vernetzung. Das ist das Wort, das bei der Bilanz mit Brüggmann, Hamann sowie Jens Schachtschneider (Rotary Club) und Rainer Grewing (OLB) häufiger fällt. Hamann, die mit den Flüchtlingen Beratungsgespräche führt, streckt in mehrere Richtungen ihre Fühler aus: Flüchtlingssozialarbeiter, Jobcenter, Industrie- und Handelskammer, Arbeitgeber, „ich habe viel über die deutsche Gesetzeslage gelernt“. Diese Beratung fruchtete bei Matar, der seit 2015 in Deutschland lebt. Im Sommer hat er zudem am Sommercamp des Unternehmens Exxon Mobil teilgenommen, seit drei Monaten ist er in der Freiwilligen Feuerwehr Wildeshausen aktiv.
Ein weiteres positives Beispiel ist Aras Omar. Der 25-jährige Iraker holt derzeit seinen Hauptschulabschluss nach, wird im Frühjahr ein Praktikum im Unternehmen von Harald Meyer in Ganderkesee absolvieren und dort voraussichtlich ab August eine Ausbildung zum Technischen Produktdesigner beginnen. Trotz Handicaps. Aufgrund eines Arbeitsunfalls fehlt ihm der linke Arm.
Für die Organisatoren sind diese Beispiele zwei gute Gründe, das Projekt fortzusetzen – zunächst für weitere zwölf Monate.
