WILDESHAUSEN - In knapp fünf Stunden mussten Jugendliche Jugendwelten jenseits von Alkohol und Drogen darstellen. Die Technik blieb ihnen freigestellt.

Von Stefan Idel

WILDESHAUSEN - Die Entscheidung der Jury ließ auf sich warten: Geduldig harrten etwa 200 Jugendliche mit ihren Eltern am Sonnabend in der Turnhalle der Wildeshauser Hunteschule aus, um den Namen des Siegers im Kunst-Wettbewerb „Express yourself“ abzuwarten. „Tut mir einen Gefallen: Wählt mich bitte nie wieder in so eine Jury“, sagte Bürgermeister Franz Duin, zugleich Vorsitzender des Präventionsrates, als er mit 45 Minuten Verspätung das Ergebnis der Kommission präsentierte. Es gewann die Gruppe der Katholischen Jugend (KJG). Ihr Bild „Komm aus dir raus!“ gab nach Ansicht der Jury das Motto des Wettbewerbs am ehesten wieder. Zweiter Sieger wurden Lena Gauzendam, Anna Nüsse und Anna-Lena Brandt aus der Klasse 8b der Hauptschule mit dem Bild „Love“.

Insgesamt 17 Gruppen – vom 5. Jahrgang der Hauptschule bis zum Schwimmverein – beteiligten sich an dem Projekt des Arbeitskreises „Jugend und Sucht“ des Präventionsrates. Auf Großbildwänden im Format zwei mal drei Meter sollten sie ausdrucksstarke, gefühlsbetonte Darstellungen von Jugendwelten zeigen. Die Kunstobjekte im XXL-Format mussten in der Zeit von 10 bis 15 Uhr realisiert werden. Für die richtige Stimmung in der Turnhalle sorgten die Bands „No more promises“, „Daily Circus“ und „Broken Circle“. Für kleine Snacks zwischendurch war ebenso gesorgt.

Die künstlerische Technik blieb freigestellt. Und so bot sich den Betrachtern Vielfalt statt Einfalt. Eine Mädchengruppe der Klasse 9a am Gymnasium stellte unter dem Motto „Droge Schönheit“ einen Laufsteg dar, der sogar beleuchtet war. Eine Foto-Collage gegen Alkohol-Konsum auf Party war ebenso zu sehen wie ein reich gedeckter Tisch. Mit der Heißklebe-Pistole hatten die Jugendlichen Porzellan und Besteck auf der Spanplatte befestigt. Selbst ein Graffito zum Thema Skateboarder durfte nicht fehlen.

Anerkennung heimsten auch die vier Mädchen der Klasse 11a am Gymnasium ein, die eine Gips-Collage zum Thema Gewalt herstellten. Für die Figur auf einem Berg wurde Jessica Meyer eingegipst. „Ich musste 45 Minuten in der Hocke verharren“, sagte die Schülerin.

Die Sieger erhielten einen Gutschein von 100 Euro für ein Projekt; außerdem wurden 75-Euro an den Zweitplatzierten sowie vier 50-Euro-Gutscheine vergeben. Als Dank fürs Mitmachen spendierte die Stadt allen übrigen Teilnehmern je einen Schwimmbad-Gutschein.