WILDESHAUSEN - Handarbeiten vom Feinsten standen am Sonntag erneut im Mittelpunkt des Waltberthauses in Wildeshausen. Die Frauengemeinschaft der Wildeshauser St.-Peter-Gemeinde hatte wieder Monate lang auf dieses Wochenende hingearbeitet, um ihren jährlichen Missionsbasar mit einer reichlichen Auswahl an erlesener Tischwäsche, Patchwork- und Hardanger-Arbeiten, Duft- und Körnerkissen, Adventsgestecken und vielem mehr zu bestücken.
Seit über 30 Jahren erfreut sich dieser Handarbeitsbasar unter der Leitung von Mechthilde Bramlage großer Beliebtheit. Allein die 100 bunt gestrickten Socken fanden ebenso ihre Abnehmer wie die liebevoll genähten Puppenkleider, die filigranen Zählstickereien und die dekorativen Holzfiguren von Josef Kosellek. „Neu dabei ist die Sankt-Peter-Schule“, berichtete Mechthild Bramlage. Die Mädchen und Jungen aus der Betreuung nach der Schule steuerten Tontöpfe, selbst gebackene Kekse und Schneemänner aus Lebkuchen-Keksen bei.
Doch nicht nur die vielfältigen Handarbeiten lockten die Besucher ins Waltberthaus. Auch die überwältigende Auswahl an Torten und eine leckere Hühnersuppe luden zum Verweilen ein. „Da muss man auch mal den vielen fleißigen Helfen im Hintergrund danken, die jedes Jahr großen Anteil an unseren Kuchenbüfett haben“, betonte Maria Kramer vom Handarbeitskreis. Egal ob Basarartikel oder Tortenstück, der Erlös kam wie schon in den Jahren zuvor der Missionsarbeit zweier Ordensschwestern zugute, die sich unter anderem um Aids-Waisen in Afrika kümmern: Gerda Herbrügge aus Lutten leitet seit 30 Jahren am Stadtrand von Pretoria (Südafrika) ein Altenheim und ein Exerzitienhaus, und Klara Lüers aus Visbek betreut in Madisi (Malawi) ein Hospital sowie eine Schule für 600 und einen Kindergarten für 200 Kinder – zumeist Waisen.
„In Malawi wird das Geld für die zwei täglichen Schulspeisungen und die Fahrtkosten zur Schule mit dem Lkw benötigt“, wusste Schwester Lambertis vom Franziskaner-Kloster in Salzkotten (Kreis Paderborn) zu berichten, deren leibliche Schwester seit Jahrzehnten Missionsarbeit in Afrika leistet und die die Spenden aus Deutschland für ihre Projekte gut gebrauchen kann. Die 86-jährige Schwester Lambertis traf in Wildeshausen viele bekannte Gesichter, war sie doch zwölf Jahre lang Oberin im Krankenhaus Johanneum. „Durch sie entstand auch der Kontakt zu den Projekten in Afrika“, so Mechthild Bramlage.
Wer am Sonntag keine Gelegenheit hatte, den Handarbeitsbasar im Waltberthaus zu besuchen, dem bietet sich an diesem Montag, 21. November, noch eine zweite Chance. Von 14.30 bis 17 Uhr sind noch einmal alle Tische aufgebaut, und es bietet sich die Möglichkeit, eine Kaffeepause einzulegen.
