WILDESHAUSEN - WILDESHAUSEN - Manche Klassentreffen erzählen die Geschichte einer großen Liebe, zum Beispiel der von Gisela, geborene Hartmann, und Enno Schröder aus Wildeshausen. Gemeinsam mit 28 früheren Mitschülern feierten sie am Sonnabend ein Wiedersehen nach 50 Jahren.

„Am 25. März 1956 wurden wir aus der Wildeshauser Wallschule in den Ernst des Lebens entlassen“, erzählte Peter Klepp, der das Treffen mitorganisiert hatte. Vor dem historischen Rathaus traf sich die Gruppe und schwelgte in Erinnerungen.

„In der Schule war noch keine Sympathie da“, gaben Gisela und Enno Schröder, die zusammen die achte Klasse besuchten, offen zu. „Einige Jahre später haben wir uns auf dem Maimarkt wiedergesehen. Da hat es dann gefunkt“, erinnerte sich Gisela Schröder. 1961 heiratete sie „ihren“ Enno.

Eine andere Geschichte erzählte Marlis Stapper, geborene Schulte. „Ich wurde erwischt, als ich im Pastorengarten Erdbeeren stibitzte“, verriet sie. Noch heute denkt sie daran zurück, und wie sie sich lang und breit für das Vergehen entschuldigt hat. Doch nicht deswegen verließ sie Wildeshausen und zog nach Hammelburg, sondern „der Soldatenliebe wegen“. Am Wochenende hatte sie die weiteste Anreise neben Ehemaligen aus Steinfurt, Hagen und Sande. Dass Jutta Chin, geborene Holzmann, nicht teilnehmen konnte, bedauerte Organisator Klepp. Aber: „Sie lebt in San Francisco. Und das ist nicht gerade um die Ecke.“

Doch auch Episoden aus dem Schulalltag fielen den ehemaligen Pennälern wieder ein. Die handelten unter anderem von ihrem damaligen Klassenlehrer Hermann Kruse. „Der hatte Hände wie ein Lokusdeckel“, meinte einer, und Manfred Hesselmann erinnerte sich: „Er war streng, aber gerecht.“

Dass sich nicht alle früheren Klassenkameraden auf Anhieb wieder erkannten, war wenig verwunderlich. Zwar hätten einige sich schon bei den Treffen 1982 und 1987 gesehen. Bei anderen wiederum sei tatsächlich ein halbes Jahrhundert vergangen, so Klepp.

So gab es viel zu erzählen beim gemeinsamen Kaffeetrinken im Alten Amtshaus und geselligem Abendessen im Hotel Zur Rampe. Ein Frühstückstreffen und die Besichtigung des Brennereimuseums rundeten das Jubiläumswochenende ab.

Bis zum nächsten Wiedersehen soll im Übrigen nicht wieder so viel Zeit verstreichen. „Vielleicht treffen wir uns in drei Jahren schon wieder“, sagte Klepp.