Wildeshausen - „Das ist eine hoch motivierte Truppe“, freut sich Rüdiger Baumgarten, Fachobmann Informatik am Gymnasium Wildeshausen. Zehn Schülerinnen und Schüler aus dem 11. Jahrgang des Gymnasiums erhalten seit kurzer Zeit Einblicke in die Software-Entwicklung bei der Wildeshauser Firma Hoffrogge. Die Arbeitsgemeinschaft, jeweils donnerstags von 14 bis 15.30 Uhr in den Räumen des Unternehmens am Spascher See, dient nicht nur der beruflichen Orientierung. Vielmehr lernen die Gymnasiasten selbst zu programmieren.
Eine Programmiersprache ist eine formale Sprache, mit der man ein Computerprogramm schreibt. Anhand der unterschiedlichen Programmiersprachen sagt man dem Programm, was es zu tun hat.
Quelltext oder auch Quellcode ist in der Informatik der für Menschen lesbare, in einer Programmiersprache geschriebene Text eines Computerprogramms. Hier sind die vom Programm auszuführenden Befehle festgelegt.
Java ist eine der populärsten Programmiersprachen. Seit 1995 wird sie genutzt, um Computerprogramme zu schreiben.
Suche nach Talenten
Das mehrfach ausgezeichnete Unternehmen, 2001 von Wilhelm Hoffrogge gegründet, entwickelt die Software für große Lebensmittelketten wie Rewe oder die Bünting-Gruppe sowie für Markenhersteller wie Coca-Cola oder Unilever. „Wir sind stets auf der Suche nach weiteren Talenten“, sagt Firmenchef Wilhelm Hoffrogge. Nachdem das Unternehmen bereits im Vorjahr gute Erfahrungen mit Schülerinnen und Schülern der Realschule gemacht hatte, ging es nun auf das Gymnasium zu. Ziel des Projektes sei es, den Schülerinnen und Schülern Know-how und Praxiserfahrung aus erster Hand zu vermitteln.
Für den Workshop hat Hoffrogge Notebooks angeschafft, auf denen eine spezielle Software installiert wurde. Auch ein kleiner Lehrplan wurde erarbeitet. 15 Arbeitsplätze stehen zur Verfügung; theoretisch könnten noch fünf Jugendliche dazu kommen. Betreut werden sie von Software-Entwicklungsleiter Jörn Störk, den beiden Trainern Torsten Hündling und Olaf Roeder sowie von Nina Weißflog. „Das Engagement ist für uns neu“, räumt Hoffrogge ein. „Es gab keine Blaupause.“ Ziel sei es, dieses Engagement zu einer „Dauereinrichtung“ zu machen. Immerhin biete der Beruf als Software-Entwickler in Zeiten der Digitalisierung erstklassige Zukunftsperspektiven.
Die Gruppe startete mit der Programmiersprache „Scratch“. Seit dem zweiten Schulhalbjahr ist „Java“ an der Reihe, berichtet Baumgarten. Er findet es hoch spannend, von den Profis zu lernen. Programmieren bedeute kreativ zu sein, aber auch Misserfolge auszuhalten und knifflige Probleme zu lösen. Derzeit ist das Schüler-Team bei Hoffrogge damit beschäftigt, das Spiel „Tetris“ zu programmieren. „Wir haben hier richtig Lust zu programmieren“, sagt Schüler Arne Alpers (16). Mitschülerin Sera-Therise Meyer (17) kann sich vorstellen, später einmal Informatik zu studieren.
„Glauben an das Fach“
„Wir glauben an dieses Fach", erklärt Mathe-Lehrer Baumgarten. Die hohe Nachfrage an der Schule – immerhin 42 Jugendliche wählten in der Oberstufe Informatik – habe dazu geführt, dass eine Stelle ausgeschrieben wurde. Der neue Informatiklehrer hatte am Donnerstag seinen ersten Arbeitstag. Damit könne das Fach auch im nächsten Schuljahr angeboten werden. Die Kooperation mit der Firma Hoffrogge sei „ein großer Vorteil“ fürs Gymnasium. Die Software-Schmiede selbst will einen Beitrag für die Region leisten und junge Talente fördern. „Das ist ein gutes Investment“, zeigt sich Firmenchef Hoffrogge überzeugt.
