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Bus-Chaos Im Landkreis Oldenburg Was ist denn hier los?

Wildeshausen/Landkreis - Das neue Schuljahr hat für viele Schülerinnen und Schüler holprig begonnen, erfuhr die NWZ an verschiedenen Bushaltestellen: Hin- und Rückfahrten gestalten sich in manchen Ecken des Landkreises schwierig. Mal gab es Verspätungen, dann fuhr der Bus die Haltestelle auf der falschen Straßenseite an, in anderen Fällen kam gar kein Bus. Am Donnerstagmittag war an der Schillerstraße in Wildeshausen zu beobachten, dass nicht alle Schüler in einen Bus einsteigen durften, weil der schon rappelvoll war. Somit mussten die Jugendlichen auf den nächsten Bus warten.

„Es gibt massive Probleme mit den Bussen“, sagt auch Silke Müller, die Leiterin der Waldschule in Hatten. Beispiel: „Einige unserer Schüler wollten morgens in Kirchhatten in den Bus zur Oberschule umsteigen, doch der Bus kam nicht.“ Für die Kinder sei derzeit nicht immer nachzuvollziehen, wo die Busse abfahren. Auch gebe es teilweise andere Haltestellen als im vergangenen Schuljahr.

Zum 1. August hat die Vechtaer Firma Wilmering den öffentlichen Busverkehr und damit auch die Schülerbeförderung übernommen. Als „Verkehrsbetriebe Oldenburg Land“ betreibt das Unternehmen alle 27 Strecken des „Linienbündels Oldenburg West“ mit den Gemeinden Wardenburg, Hatten, Großenkneten, Dötlingen und Wildeshausen.

Vertreter des Landkreises und des Busunternehmens waren dieser Tage an der Waldschule in Hatten und schauten sich die Situation an. „In erster Linie gibt es Probleme mit dem Busverkehr in Richtung Wardenburg“, so Müller. Busse kämen spät oder gar nicht, so dass Eltern einspringen mussten.

Komplikationen erwartet

„Dass es Schwierigkeiten gibt, war zu erwarten“, erklärt Maik Ehlers, Amtsleiter für Schulen und Hochbau beim Landkreis. Damit spricht er den Wechsel des Busunternehmers für den Linienverkehr und die Schülerbeförderung an. Nach Ansicht von Ehlers war es abzusehen, dass eine solche Übernahme nicht reibungslos verläuft. Doch neben kleineren Komplikationen gebe es auch „erhebliche Probleme“ in einigen Bereichen. „Dass die Probleme da sind, lässt sich nicht wegdiskutieren“, gesteht Ehlers. Er betont allerdings, dass das Busunternehmen alles getan habe, um sich auf die Übernahme vorzubereiten.

Kinderkrankheiten

Jan Pössel, Leiter der Realschule Wildeshausen, spricht in dem Zusammenhang von Kinderkrankheiten. „Für ein einzelnes Kind, das an der Bushalte überbleibt, ist das natürlich blöd.“ Es gebe allerdings nur kleinere Schwierigkeiten. „Es ist hier nun nicht so, dass wir das totale Chaos haben“, so Pössel.

Dorit Hielscher, Leiterin der Hauptschule Wildeshausen, hat bisher an ihrer Schule noch keine Probleme mit dem Busverkehr. Das könne sich allerdings nun ändern, wenn der Nachmittagsunterricht wieder losgehe. Das Gymnasium Wildeshausen verwies auf den Landkreis, der für den Schülerverkehr zuständig sei.

„Es hakt und knackt“

„Natürlich hakt und knackt das, aber wir sind dabei, das zu verbessern“, reagiert Leo Wilmering, Geschäftsführer des Busunternehmens. Oft läge es an der Umstellung – veränderte Abfahrtzeiten, andersfarbige Busse, neue Busfahrer –, dass es zu Missverständnissen komme. Auch soll es zu Fehlmeldungen gekommen sein, die nicht der Wahrheit entsprächen. Ob ein Bus nicht aufgetaucht sei, lasse sich anhand der GPS-Daten überprüfen. Laut Wilmering sind seit Betriebsaufnahme acht bis zehn Fahrten ausgefallen.

„Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir uns in kurzer Zeit in ruhigem Fahrwasser befinden.“ Um die Fehler zu beheben, arbeitet das Busunternehmen mit den Schulen und dem Landkreis zusammen. Betroffene können Verspätungen oder Ausfälle melden. Der Landkreis, der Zweckverband VBN sowie die Firma Verkehrsbetriebe Oldenburg Land werden sich kommende Woche in einem Pressegespräch zu der Betriebsaufnahme äußern.

Lesen Sie auch : Kreis Cloppenburg - Schulbusverkehr verärgert Eltern

Anna-Lena Sachs
Anna-Lena Sachs Online-Redaktion (stv. Ltg.)
Christoph Koopmeiners Redaktion Cloppenburg
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