Wildeshausen - /Vechta Modernste Medizintechnik, mehr als 100 000 Untersuchungen pro Jahr, mehr als 100 Beschäftigte – darunter 20 Mediziner: Die Radiologie am St. Marienhospital in Vechta mit ihren Bereichen „Radiologie“, „Strahlentherapie“ und „Nuklearmedizin“ ist eine der bedeutendsten Abteilungen dieser Art im Weser-Ems-Gebiet. Eine Außenstelle befindet sich im Wildeshauser Krankenhaus Johanneum.

Ein Wildeshauser ist es auch, der für den guten Ruf der Vechtaer Abteilung mitverantwortlich zeichnet: Professor Dr. Claus Muhle. Der 56-jährige Facharzt für Diagnostische Radiologie und Nuklearmedizin ist bereits seit 16 Jahren am St. Marienhospital tätig und hat sich in dieser Zeit vor allem einem Spezialgebiet verschrieben: der Muskeloskelletalen, also der die Muskulatur und das Skelett betreffenden, Radiologie. Auf diesem Gebiet absolvierte er unter anderem eine Ausbildung bei Donald Resnick, Professor für Radiologie an der Kalifornischen Universität in San Diego.

Ausgestattet mit diesem Spezialwissen baute Muhle in Vechta eines von nur 35 Zentren der 2015 gegründeten „Deutschen Gesellschaft für Muskeloskelletale Radiologie (DGMSR) e.V.“ auf. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, den bislang eher stiefmütterlich behandelten Ausbildungsbereich der Diagnostik des Bewegungsapparates zu stärken.

Aus diesem Grunde setzte die DGMSR ein dreistufiges Qualifizierungsprogramm für interessierte Radiologen auf. Muhle ist einer von 35 Ausbildern des Programms.

In einer ersten Stufe erhalten die Teilnehmer nach bestandener Prüfung ein „Diplom für Muskeloskelletale Radiologie“. Danach folgt eine höhere Qualifizierungsmöglichkeit über zwei Jahre Ausbildungszeit zum „Experten für Muskeloskelletale Radiologie“. Diese Auszeichnung wurde nun zum ersten Mal in Berlin vergeben: an den ehemaligen Oberarzt des St. Marienhospitals in Vechta, Amin Zoqurti. Der gebürtige Jordanier absolvierte von 2010 an seine Weiterbildung zum Facharzt für Radiologie in Vechta. „Ihn hier bei uns ausgebildet zu haben, macht schon ein wenig stolz“, sagt Muhle. Und auch für weiteren Nachwuchs ist gesorgt: Inzwischen interessieren sich erneut zwei Mediziner der Radiologie Vechta für das Qualifizierungsprogramm.