WILDESHAUSEN - Die Akteure agierten fast wie Profis. Carsten Bruhns und sein Team hatten die Darsteller geschminkt.

Von Stefan Idel

WILDESHAUSEN - Echte Hexen tragen Handschuhe wegen ihrer langen Fingernägel, echte Hexen kratzen sich ständig am Kopf, weil ihre Perücke juckt, und echte Hexen haben einen Mordsappetit auf kleine Kinder. Deshalb sei es völlig ausreichend, sich nur einmal im Monat zu waschen – quasi zur Abschreckung. „Rieche am besten nach Hundekötel“, gibt die kluge Oma ihrem Enkel Kalle mit auf den Weg. Doch der wird bei einer Hexenversammlung von den bösartigen Weibern entdeckt und in eine Maus verwandelt.

Was die Akteure des Darstellenden Spiels am Gymnasium Wildeshausen am Dienstagabend bei der Premiere des Stückes „Hexen hexen“ boten, stand den Bühnenprofis in nichts nach. Unter der Regie von Ingo Lorenz spielen sie ihre Geschichte mit Witz und toller Mimik. Mäuserich Kalle (Roman Pertl) schildert lebendig sein Schicksal; die Oberhexe (gespielt von Marlene Meyer) faucht und kommandiert, dass sich viele vor Freude auf die Schenkel klatschen. Und die Eltern des Mäuserichs Bruno (Christian Weiland) überzeichnen so drastisch, dass jeder ein Körnchen Alltagsrealität in ihren Reden findet. Trotz konzentrierten Spiels haben die Schüler noch ein feines Gespür für Situationskomik. Als statt „Missgeschick“ beinahe die hysterische Mutter als „Miststück“ bezeichnet wird, lassen sich die Betroffenen darauf ein, das Wort gleich mehrfach zu wiederholen.

Beeindruckend auch die gelungene Maske der kahlköpfigen Hexen, meisterhaft geschminkt von Lehrer Carsten Bruhns und seinem Team von der AG Maske. Die Hexen im „Hotel zum himmlischen Frieden“ konnten die Besucher schon das Gruseln lehren. Perfekt selbst die Technik und die gut platzierten Effekte. Der lange Applaus im voll besetzten Forum war mehr als verdient – zumal letztlich die Geschichte ein gutes Ende findet.

Die Freunde der Kinderkultur können das Stück noch einmal am Freitag um 16 Uhr im Forum an der Humboldtstraße sehen. Eintritt: 3 Euro.